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Wehrbeauftragter: Debatte um Wehrpflicht spielt auf der grünen Wiese

Archivmeldung vom 12.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Abgesessene Bundeswehr-Panzergrenadiere mit dem AGDUS (Symbolbild)
Abgesessene Bundeswehr-Panzergrenadiere mit dem AGDUS (Symbolbild)

Von ©Bundeswehr/S.Wilke - originally posted to Flickr as Panzergrenadiere, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11595417

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hält die Debatte um eine Rückkehr zur Wehrpflicht für überflüssig. Ein solcher Schritt sei organisatorisch unmöglich. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Bartels: "Solche Vorschläge spielen auf der grünen Wiese und haben wenig mit der heutigen Bundeswehr zu tun." Eine Rückkehr zur Wehrpflicht wäre keine Garantie dafür, dass es keine rechtsextremistischen Vorfälle mehr geben könnte. Denn auch in der deutschen Bevölkerung, wie in ganz Europa, seien Tendenzen von Nationalismus und Populismus zu verzeichnen. Bartels betonte: "Es gibt kein Sonderphänomen Bundeswehr."

Die Freiwilligenarmee sei gut in die demokratische Gesellschaft integriert: "Viele Soldaten sind im politisch-demokratischen Leben aktiv, sie sind in Vereinen und Parteien engagiert, kandidieren als Personalräte oder fürs Kommunalparlament - das geht viel tiefer als in vielen anderen Ländern." Zudem sei es organisatorisch gar nicht möglich, zur allgemeinen Wehrpflicht zurückzukehren.

Bartels sagte: "Wir müssten einen ganzen Jahrgang von jungen Männern und heute gewiss auch Frauen betrachten. Für Hunderttausende von tauglich gemusterten Rekruten jedes Jahr gibt es aber keine militärischen Strukturen, keine Kasernen, keine Waffen und keine Ausbilder." Bartels forderte stattdessen ausreichend Zeit auf den Dienstplänen für die Ausbildung in Ethik, Innerer Führung und politischer Bildung.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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