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Müntefering lehnt Lockerung des Sterbehilfe-Strafrechts ab

Archivmeldung vom 23.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Franz Müntefering Bild: franz-muentefering.de
Franz Müntefering Bild: franz-muentefering.de

Der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering lehnt ein Lockerung des Sterbehilfe-Strafrechts strikt ab, sieht eine Befassung des Bundestags damit sehr kritisch und fordert stattdessen den Ausbau der Alterspsychiatrie und der 450 Pflegestützpunkte in Deutschland. In einem Gespräch mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) ging Müntefering auf den deutlich höheren Anteil Hochbetagter unter den Suizid-Fällen ein:

Der Anstieg dieser Fälle im Alter werfe "ein Licht auf die Alterspsychiatrie in unserem Land. Sie ist schlecht. Sie bekommen als 80-Jähriger eher eine neue Hüfte als Hilfe für die Seele". Die aktuelle Debatte über die Sterbehilfe dürfe "nicht auf die Hilfe zur Selbsttötung reduziert sein".

Wichtiger sei es zu beantworten, ob die Gesellschaft ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung stelle und ob die Pflegeversicherungseinnahmen ausreichten. "Ich selbst befürworte keine Lockerung des derzeitigen Rechts", sagte der frühere SPD-Chef. "Zu beschließen, für welche Menschen welche Sterberegeln gelten sollen, für welche nicht? Das ist nicht nur eine Zumutung für die Abgeordneten. Es ist keine Sache für den Gesetzgeber".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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