Dröge kritisiert Wehrdienst-Pläne
Archivmeldung vom 08.07.2025
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Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge blickt kritisch auf die Pläne von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) für den neuen Wehrdienst. Sein Gesetzentwurf sieht Berichten zufolge vor, dass Regierung und Bundestag die verpflichtende Heranziehung von Wehrpflichtigen veranlassen können, wenn es die verteidigungspolitische Lage erfordert und nicht genügend Freiwillige mobilisiert werden können.
"Immer am Ende zu drohen, wir glauben nicht an die jungen Leute, wir
glauben nicht an die Freiwilligkeit, wir wollen deswegen schon wieder
eine Verpflichtung einführen - ich finde das unkreativ, ineffektiv und
auch bevormundend", sagte Dröge den Sendern RTL und ntv. Grundsätzlich
gelte, dass man niemanden zum Wehrdienst zwingen könne. Auch bei der
alten Wehrpflicht habe man sich dagegen entscheiden und einen
Ersatzdienst machen können. "Und deswegen muss man sich fragen: Wie
überzeugt man die Menschen davon, dass sie sich freiwillig entscheiden.
Das ist aus meiner Sicht der Kern, um den es geht: sich für einen
Wehrdienst zu entscheiden."
Die Bundeswehr sei "total schlecht"
darin, diejenigen, die freiwillig kommen wollen, zu halten. Dröge
verweist auf die hohe Abbrecherquote beim freiwilligen Wehrdienst. "Da
sind ja unheimliche Potenziale. Es gibt Probleme bei der Rekrutierung.
Und das sind die Schlüssel, um tatsächlich effektiv zu mehr Menschen zu
kommen, die jetzt schon freiwillig bereit wären." Den Fragebogen, den
der Verteidigungsminister vorschlägt, würden die Grünen aber
unterstützen. "Das ist aus unserer Sicht eine sehr niedrigschwellige
Möglichkeit, dass sich junge Menschen auch einmal damit
auseinandersetzen, ob sie das möchten."
Quelle: dts Nachrichtenagentur