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Stadt oder Land: Wo lebt sich´s gesünder? Eine Studie zeigt: Grüne Natur schützt die Seele

Archivmeldung vom 08.08.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.08.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Titelcover Baby und Familie, Ausgabe 8/2020.  Bild: "obs/Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen"
Titelcover Baby und Familie, Ausgabe 8/2020. Bild: "obs/Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen"

Die Stadt gilt unter Trendforschern als Lebensraum der Zukunft. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach einem Leben in der Natur. Wo aber lebt es sich gesünder? Forscher haben herausgefunden: Grünflächen sind gut für die Seele. Dass das Leben auf dem Land generell gesünder ist als in der Stadt, ist allerdings ein Mythos, so das Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Menschen auf dem Land nehmen eher zu

Eine im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichte internationale Studie hat gezeigt: Menschen in ländlichen Regionen nehmen eher zu als in der Stadt. Denn lange Wege zur Arbeit werden oft mit dem Auto zurückgelegt. Statt Gemüse vom Bauernhof gibt es auch hier Ware aus dem Supermarkt. Und Sportangebote zur Gesundheitsprävention sind auf dem Land oft schlechter erreichbar als in der Stadt. Dabei ist der Einfluss von Bewegung auf die Gesundheit nicht zu vernachlässigen.

Der Seele tut das Leben auf dem Land oft gut. Wenn es etwa um sogenannte unterstützende Netzwerke geht - neben Freunden und Familie also auch Menschen, die einen mit Namen kennen und in einfachen Situationen helfen würden -, sieht es in der Stadt schlechter aus. "Diese Gruppe von Menschen hat einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden, und sie ist auf dem Land rund doppelt so groß wie in der Stadt", erklärt Neurowissenschaftler und Psychiater Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim (ZI).

Landleben ist besser für die Psyche

Auch die Natur hat einen nachweislichen Effekt auf die Psyche. In einem grüneren Umfeld aufgewachsene Kinder haben laut einer Studie der dänischen Universität Aarhus ein bis zu 55 Prozent geringeres Risiko für psychische Erkrankungen. "Was die Psyche betrifft, ist das Landleben deutlich gesünder", bestätigt Meyer-Lindenberg. Der Einfluss beginne schon im Mutterleib: Wer auf dem Land geboren und aufgewachsen sei, sei selbst wenn er später in eine Stadt zieht, wesentlich weniger anfällig für psychische Erkrankungen. Eine aktuelle Studie des ZI zeigt: Grünflächen haben massiv positive Effekte auf die Psyche. "Allein schon, wenn Menschen Grün sehen, geht es ihnen besser", so Neurowissenschaftler Meyer-Lindenberg.

Quelle: Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen (ots)


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