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Antibiotika aus Tierställen im Grundwasser entdeckt: PETA fordert Strukturwandel von niedersächsischem Umweltminister Wenzel

Archivmeldung vom 07.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Bild: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Antibiotika im Grundwasser: Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat in Thülsfelde (Kreis Cloppenburg) bei Proben in drei oberflächennahen Messstellen Spuren des Medikamentes Sulfadimidin gefunden. Dies ist ein Antibiotikum, welches laut Aussage des OOWV ausschließlich in der Tierhaltung eingesetzt wird. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. macht schon seit Längerem auf die Gefahr der steigenden Antibiotikaresistenzen aufmerksam und fordert nun vom grünen Umweltminister Stefan Wenzel einen landwirtschaftlichen Strukturwandel in Niedersachsen. Denn nur der Wandel hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft kann Mensch und Tier nachhaltig schützen.

„Auch die Weltgesundheitsorganisation warnt eindringlich vor den Gefahren der Antibiotikaresistenzen, weil so einfache bakterielle Erkrankungen nicht mehr geheilt werden können“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Alleine in Deutschland sterben schon heute über 30.000 Menschen im Jahr an den Folgen einer nicht mehr behandelbaren Infektion.“

Positive Befunde in Wasserproben sind kein Einzelfall: Das Umweltbundesamt hat in einer Studie aufgezeigt, dass an Standorten mit hohen Tierbesatzdichten vermehrt antibiotisch wirksame Medikamente im Grundwasser gefunden wurden. Bei sieben Messstellen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden zum Teil sehr hohe Konzentrationen des Einzelwirkstoffes aus der Gruppe der Sulfonamide nachgewiesen. Dies wundert nicht, denn Niedersachsen und NRW führen neben Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern die traurige Liste der meisten Tierhaltungen an.

Fakt ist: Wo Antibiotika eingesetzt werden, nehmen Resistenzen zu. Dort wo die größten Tierfabriken stehen, werden die meisten Antibiotika verbraucht. Ohne diesen massiven Einsatz an Medikamenten würden die Tiere die kurze „Nutzungsdauer“ gar nicht erst überleben. Das liegt an den auf Leistung und nicht auf Gesundheit gezüchteten Tieren, an den unhygienischen Zuständen, der mit Ammoniak verseuchten Stallluft in vielen Anlagen und an den nicht artgerechten Haltungsbedingungen.

Darüber hinaus besteht die Problematik, dass nicht nur einzelne, wirklich kranke Tiere behandelt werden, sondern immer gleich der gesamte Tierbestand – nur so kann die Gefahr der sich schnell ausbreitenden Keime eingedämmt werden. Das Medikament wird den Tieren über das Futter oder das Trinkwasser verabreicht. Aufgrund der zu häufig verabreichten Antibiotika über diese Metaphylaxe entwickeln sich Resistenzen gegen die Keim-Killer, die dann nicht mehr wirken.


Durch eine rein pflanzliche Ernährung und den Strukturwandel hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft können jedes Jahr bis zu einer Milliarde Tiere vor dem Tod im Schlachthaus bewahrt werden und das Leben von tausenden Menschen kann gerettet werden. Durch einen veganen Lebensstil wird die Resistenzausbreitung über Stallluft, Gülle und tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier verhindert – dann können Antibiotika beim Menschen wieder vermehrt wirken.

Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, sondern jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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