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Umweltbundesamt bestätigt ökologische Vorteile des Getränkekartons

Archivmeldung vom 18.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Getränkekarton von SIG Combibloc
Getränkekarton von SIG Combibloc

Foto: Saibo
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

An der positiven ökologischen Bewertung des Getränkekartons durch das Umweltbundesamt (UBA) ändert sich nichts. Nach Prüfung einer aktualisierten Ökobilanz des Instituts für Energie und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) kommt das UBA zum Ergebnis, dass der Getränkekarton bei Fruchtsäften nicht schlechter abschneidet als die Mehrwegflasche - bei Milch sogar besser.

Bereits im Juli 2019 hatte das IFEU-Institut eine Pilot-Studie vorgelegt, die nach den neuen methodischen Anforderungen des UBA erstellt wurde. Aufgrund fehlerhafter Distributionsdaten hatte der Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN) in Abstimmung mit dem UBA entschieden, die Studie komplett überarbeiten zu lassen. Dabei sollte auch auf die Kritik der "Mehrweg-Allianz" über angeblich zu hohe CO2- und Recycling-Gutschriften eingegangen werden.

Karton und Mehrweg bei Milch und Saft besser als Plastik

"Die Ergebnisse sind nicht überraschend", erklärt FKN- Geschäftsführer Michael Kleene: "Sie bestätigen den Befund aller Ökobilanzen der letzten 20 Jahre. Insbesondere bei den Klimaauswirkungen hat der Getränkekarton deutliche Vorteile. Das gilt sowohl im Vergleich zu Einweg-Kunststoffflaschen als auch gegenüber Mehrwegsystemen. Mehrweg ist nicht immer und in allen Getränkesegmenten die einzige ökologisch vorteilhafte Lösung."

Die Studie liefere tiefe Einblicke in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion und zeige, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Verpackungen liegen und wo optimiert werden könne. Eine grundsätzliche Erkenntnis sei, dass der öffentliche Fokus auf hohe Recyclingquoten häufig zu falschen Schlussfolgerungen führe: "Recycling alleine macht noch keine ökologisch vorteilhafte Verpackung", erklärt Kleene. Eine Plastikflasche im Pfandsystem schneide auch dann noch schlechter ab als Mehrwegflaschen und Getränkekartons, wenn Rezyklate eingesetzt werden. Mindestens ebenso wichtig, wie mehr und besseres Recycling, sei daher ein Angebot von Verpackungen, die schon bei der Herstellung möglichst wenig fossile Ressourcen verbrauchen und damit einen Beitrag zum Ziel einer kohlenstoffarmen Wirtschaft leisten. Die Hersteller von Getränkekartons haben angekündigt, bis spätestens 2030 in ganz Europa nur noch Verpackungen anzubieten, die vollständig aus nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen hergestellt werden.

Auch Mehrweg muss ökologisch besser werden

An die Adresse der Mehrweg-Lobby gerichtet sagt Kleene: "Den Getränkekarton als Klimakiller hinzustellen, ist nachweislich falsch. Abgesehen davon, gibt es auch bei Mehrweg noch genügend Baustellen. Man denke nur an die Themen Distribution, Individualgebinde und Umlaufzahlen." So sei zum Beispiel die generelle Aussage, Mehrwegflaschen würden "bis zu 50-mal" wieder befüllt, grob irreführend. Ein Fachgutachten des IFEU-Instituts in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) belege, dass Milchflaschen auf gerade einmal 10 Umläufe kommen. Von einem "funktionierenden Mehrweg-Pool", so die Autoren, könne "nicht die Rede sein."

Hintergrund:

Der Abschlussbericht "Ökobilanzielle Betrachtung von Getränkeverbundkartons in Deutschland in den Getränkesegmenten Säfte und Nektare sowie H-Milch und Frischmilch (IFEU, Oktober 2020)" überarbeitet und aktualisiert eine IFEU-Studie aus dem Jahr 2018. Sie bildet die durchschnittlichen deutschen Verhältnisse aller marktrelevanten Verpackungen ab und ist nicht auf andere Getränkesegmente und einzelne Verpackungen übertragbar. Die Studie wurde nach den neuen UBA- Mindestanforderungen (UBA-Texte 19/2016) erstellt. Diese wurden in einem transparenten Verfahren unter Beteiligung von Wirtschafts- und Umweltverbänden entwickelt. Dort sind verbindliche Verfahrensregeln festgelegt, die es ermöglichen, überprüfbare Bilanzen zu erarbeiten, die dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Die sogenannte "Mehrweg-Allianz" unter Führung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist aus diesem Prozess ausgestiegen. Einzelne Mitgliedsunternehmen der Allianz haben auch bei der Erstellung der IFEU-Ökobilanz wenig Bereitschaft gezeigt, Daten zu liefern oder für Interviews zur Verfügung zu stehen. IFEU-Studie: https://www.getraenkekarton.de/oekobilanz/

Quelle: Fachverband Kartonverpackung für flüssige Nahrungsmittel e.V. (ots)

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