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NABU: Weltnaturschutzgipfel mit kleinen Erfolgen - Finanzkrise verhindert großen Wurf

Archivmeldung vom 19.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
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Die Weltnaturschutzkonferenz im indischen Hyderabad hat aus Sicht des NABU trotz denkbar schlechter Voraussetzungen kleine Erfolge für den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt gebracht. Der große Wurf, um dem weltweiten Artensterben rasch etwas entgegenzusetzen, bleibt jedoch aus.

Auf Messers Schneide stand die Weltnaturschutzkonferenz noch kurz vor Ende wegen der Finanzierungsfrage. Laut NABU müssen die weltweiten Naturschutz-Hilfen an die Entwicklungsländer von vier (Referenzperiode 2006-2010) auf im Schnitt 11 Milliarden Euro erhöht werden - ebenso müssen die Eigenleistungen der Entwicklungsländer steigen. Die afrikanischen Staaten hatten letzteres bereits zu Anfang der Konferenz zugesagt.

Die Industriestaaten sollten bis 2015 zumindest auf acht Milliarden Euro weltweite Hilfen für den Biodiversitätsschutz kommen, um auf einem guten Weg zu bleiben. Zusätzlich zu bereits eingeplanten Mitteln wären hierfür nur etwa 300 bis 400 Millionen Euro von der EU nötig, um dieses wichtige Zeichen bis 2015 zu setzen. "Dies wäre wirklich nur ein kleiner Schritt angesichts dessen was die Europäer für andere Dinge ausgeben - aber ein großer für den weltweiten Naturschutz", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Unter dem Eindruck der Finanzkrise wollten sich die EU sowie andere Industriestaaten auch in den letzten Stunden bisher aber kaum auf die Entwicklungsländer zubewegen. Dies kritisiert der NABU scharf. Unabhängig von der Finanzfrage bewertet es der NABU als wichtigen Erfolg, dass für die vor zwei Jahren im japanischen Nagoya vereinbarten 2020-Ziele zur Rettung der biologischen Vielfalt eine Reihe von Indikatoren verabschiedet wurden. So müssen die Staaten regelmäßig melden, wie viele Schutzgebiete sie ausgewiesen haben, oder wie weit sie beim Abbau umweltschädlicher Subventionen sind. Der Dachverband des NABU, BirdLife International, wird jedes Jahr die Rote Liste der bedrohten Vogelarten aktualisieren und viele weitere Daten zum Zustand der Artenvielfalt liefern. Damit können künftig die Fortschritte, oder Rückschritte, der einzelnen Länder im Naturschutz gemessen werden.

Außerdem bekennen sich die über 190 Staaten der Erde zu weiteren Schritten beim Schutz der Tiefsee: Um zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen, werden nun auch die wertvollsten Gebiete außerhalb der nationalen Grenzen identifiziert. Gerade diese sind bisher völlig schutzlos. Allerdings werde es noch - je nach Region - fünf bis zehn Jahre dauern, bis das Schutzgebietsnetz auf der Hohen See wirklich umgesetzt wird.

Brasilien scheiterte mit dem Versuch, die Belange der biologischen Vielfalt aus der Klimapolitik herauszuhalten: Auch künftig müssen Naturschutzaspekte zumindest gehört werden, wenn es um Biokraftstoffe oder die Aufforstung von Wäldern als Treibhausgasspeicher geht.

Der NABU lobte die Rolle der Bundesregierung und der Europäischen Union besonders beim Meeres- und beim Waldschutz.

Die nächste UN-Naturschutzkonferenz findet 2014 voraussichtlich in Südkorea statt.

Quelle: NABU (ots)

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