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Backentaschen statt Plastiktüten

Archivmeldung vom 05.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Ein Goldhamster füllt sich die Backentaschen mit Löwenzahnblättern
Ein Goldhamster füllt sich die Backentaschen mit Löwenzahnblättern

Foto: Peter Maas
Lizenz: CC BY-SA 2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wenn etwas transportiert werden soll, kommt es in den Fahrradkorb, die Einkaufstasche oder den Rucksack. Wildtieren fehlen Transportmittel dieser Art. "Die tierischen Logistiker haben für den Transport von Nahrung und Baumaterialien besondere Fähigkeiten entwickelt", sagt Moritz Franz-Gerstein, Tierarzt und Artenschützer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Allen voran agiert der Feldhamster: In seinen dehnbaren Backentaschen, die bis hinter die Schulterblätter des Nagers reichen, verstaut das Tier je nach Größe über 60 Gramm Nahrung. Überwiegend handelt es sich dabei um Körner. "Im Vergleich müsste ein Mensch einen Sieben-Kilo-Einkauf in seinen Wangen nach Hause tragen", so der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung.

Der Europäische Biber nutzt für den Transport der Baumaterialien für seine beeindruckenden Biberburgen geschickt das Element Wasser. Er lässt Äste und Zweige ganz entspannt floaten und bugsiert sie dabei mit seinen langen Schneidezähnen in Richtung Baustelle, wo er die Fracht dann zu einer bis zu drei Meter hohen Biberburg aufschichtet.

Einige Vögel haben eine Aussackung in der Speiseröhre, die sie für den Futtertransport nutzen. Zu ihnen gehört der Eichelhäher. "Wenn der Rabenvogel seine Winterdepots anlegt, erspart er sich häufiges Hin- und Herfliegen, in dem er etwa zehn Eicheln auf einmal in seinem Kropf transportiert", erläutert Franz-Gerstein. Ein einziger Eichelhäher kann so in ein paar Wochen viele tausend Eicheln in der Natur verstecken. Franz-Gerstein: "Nicht alles, was versteckt wurde, wird auch wiedergefunden und gefressen. Natürlich verbreiten sich Pflanzensamen vor allem ohne tierische Transporteure, aber ihre Ausbreitung wird durch Wildtiere verbessert."

Sing- und Greifvögel müssen mühsam Zweig für Zweig zur Nestbaustelle tragen. Später werden dann auch Insekten für die Aufzucht der Jungvögel im Schnabel herangeflogen. Greifvögel wie der Fischadler bewältigen dagegen selbst logistische Herausforderungen wie zappelnde, glitschige Fische, indem sie ihre Fänge in die Beute schlagen. Nur der Fischadler kann seine Beute während des Fluges in Flugrichtung drehen! Vor dem Abflug wird das Transportgut kurz gedreht und gesichert; dann erfolgt die Zustellung Richtung Zielflughafen Adlerhorst.

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung (ots)

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