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Keiner mag sie, denn für ihr Leben zahlen andere mit ihrem Blut

Archivmeldung vom 20.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/Andrea Klostermann/Bundesverband für Tiergesundheit e.V."
Bild: "obs/Andrea Klostermann/Bundesverband für Tiergesundheit e.V."

Dafür hat die Natur ihnen stechende Mundwerkzeuge, einen mit Widerhaken besetzten Saugrüssel und einen hervorragenden Orientierungssinn mitgegeben. Damit finden sie uns, überall und jederzeit. Gemeint ist die Zecke, ein parasitäres, äußerst zähes Spinnentier, das auf der ganzen Welt zu Hause ist.

Die Zecke ist zwar bluthungrig, kann aber auch lange auf Nahrung verzichten und überlebt dennoch. Ein Waschdurchgang mit Buntwäsche bei 40 Grad Celsius inklusive Schleudergang bedeutet nicht ihr Ende. Und obwohl Zecken Landtiere sind, können sie auch unter Wasser bis zu drei Wochen überleben und sich dort sogar noch weiterentwickeln. Deshalb ertrinken sie auch nicht, wenn man sie in der Toilette entsorgen will. Im Gefrierfach wird es für die widerstandsfähigen Blutsauger erst ab minus acht Grad so richtig ungemütlich. Ganz sicher hauchen sie ihr Leben erst bei einem 24stündigen Gefrierdurchgang bei minus 20 Grad aus. Das alles sind Ergebnisse eines von Wissenschaftlern durchgeführten Zeckenhärtetests.

Kein Wunder, dass solche Überlebenskünstler 350 Millionen Jahren Erdgeschichte unbeschadet überstanden haben und über 850 verschiedene Arten ausbilden konnten. Bei der Ausstattung mit natürlichen Feinden ist die Natur dagegen sehr viel sparsamer umgegangen. Lediglich einige wenige Vögel, Pilze und Fadenwürmer sowie eine kleine Wespenart scheinen Gefallen an den Zecken zu finden.

Zecken führen im Gepäck ein ganzes Bündel von Erregern mit, die schwere Infektionen auf Hund und Katze, aber auch auf den Menschen, übertragen können.

Und wem die beeindruckenden Ergebnisse des Härtetests nicht reichen: Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass infizierte Zecken Kälte und Hitze sogar noch besser überleben als Zecken, die nicht infiziert sind. Sie haben ein regelrechtes Frostschutzmittel im Blut, das es ihnen erlaubt, auch niedrige Minusgrade zu überstehen. Mit dem Borreliose-Erreger befallene Zecken reagieren dagegen weniger empfindlich auf Wärme und Trockenheit als nicht infizierte Zecken. Das bedeutet, dass sowohl in kalten als auch in warmen und trockenen Monaten der Anteil riskanter Zecken höher sein kann als es zu diesen Jahreszeiten zu erwarten wäre. In Regionen, in denen mit Erregern infizierte Zecken vorkommen, sollte man deshalb Hunde und Katzen mit freiem Auslauf ganzjährig, also auch in Wintermonaten, auf Zeckenbefall kontrollieren und eventuell mit einem Zeckenschutz behandeln.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (ots)

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