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Giftgas-Alarm in der Ostsee?

Archivmeldung vom 21.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Ein Ostseestrand
Ein Ostseestrand

Foto: Holger.Ellgaard
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsorgten die Alliierten zehntausende Tonnen Bomben, Granaten und Fässer mit Chemiewaffen aus deutschen Arsenalen in der Ostsee. Siebzig Jahre danach sickern aus ihnen immer mehr Gifte ins Meer, und Fischer verteilen die Überreste der Kampfstoffe ständig weiter. Auch eine Kontamination der Fischfänge mit hochgiftigem Senfgas ist nicht ausgeschlossen. Dies berichtet das Magazin WUNDERWELT WISSEN in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag, den 22. Mai, im Handel erhältlich ist.

Während Forscher und Umweltschützer angesichts der drohenden Gefahr Alarm schlagen, sind die zuständigen Behörden ahnungslos. "Bislang gibt es keine Veranlassung, Fischfänge auf diese Schadstoffe zu überprüfen", sagt Pressesprecherin Antje Krüger von der Fischereiaufsicht in Mecklenburg-Vorpommern. Und für den Umgang der Fischer mit chemischer Munition sei die Fischereiaufsicht nicht zuständig. Laut Sven Koschinski, Meeresbiologe und Berater des NABU, müsste man in den bekannten Versenkungsgebieten jedoch ein Fischereiverbot aussprechen, um zu verhindern, dass die gefährlichen Waffen überhaupt in den Netzen der Fischer landen.

Laut Matthias Brenner, Meeresbiologe von der Universität Rostock, bedeuten die austretenden Giftstoffe eine große Belastung für die Meeresorganismen: "Der Gesundheitszustand von Dorschen aus dem Hauptverklappungsgebiet bei Bornholm war auffallend schlechter als der aus unbelasteten Gegenden der Ostsee. Die Fische zeigten Organschäden und Erbgutschäden. Dort wo die meisten chemischen Waffen auf dem Meeresgrund liegen, geht es den Fischen offensichtlich auch am schlechtesten." Er appelliert eindringlich an die Verantwortlichen, sich mit den gefährlichen Weltkriegsrelikten in der Ostsee zu befassen: "Es bleibt nur ein Zeitfenster von ein paar Jahren, bevor alle Hüllen der chemischen Munition zerfallen sind und ihre Inhaltsstoffe massiv ins Wasser gelangen."

Quelle: Gruner+Jahr, WUNDERWELT WISSEN (ots)

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