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Deutsche Umwelthilfe: Jetzt die Überfischung stoppen!

Archivmeldung vom 01.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: M. Großmann / pixelio.de
Bild: M. Großmann / pixelio.de

In der kommenden Woche entscheidet das EU-Parlament über den Vorschlag seines Fischereiausschusses zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Im Vorfeld der für Dienstag (5.2.2013) in Straßburg angesetzten Plenardebatte (Abstimmung folgt am 6.2.2013) appelliert die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) an die EU-Abgeordneten, den Reformvorschlag des Fischereiausschusses vom Dezember 2012 zu unterstützen. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert das Ende der Überfischung bis 2015, einen Richtungswechsel zugunsten ökologisch nachhaltiger Fangmethoden und ein Fischereimanagement nach dem so genannten Vorsorge- und Ökosystemansatz.

"Es ist noch nicht zu spät, die Überfischung zu beenden und die Kehrtwende hin zu einer ökologisch nachhaltigen Fischerei einzuleiten. Der Fischereiausschuss hat ein wichtiges Signal zur Beendigung von 30 Jahren Misswirtschaft in der europäischen Fischereipolitik ausgesendet. Die Abgeordneten des EU Parlaments müssen diesen Kurs jetzt bestätigen und dem Wunsch der europäischen Bevölkerung nach einem Ende der Überfischung nachkommen", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Michael Spielmann.

Mit dem Ende 2012 im Fischereiausschuss akzeptierten Kompromiss der deutschen Berichterstatterin Ulrike Rodust (SPD) würde die EU sich rechtlich verpflichten, Fangmöglichkeiten für alle europäischen Fischbestände ab 2015 nur noch innerhalb nachhaltiger Grenzen festzulegen. Bis 2020 sollen alle Bestände auf ein nachhaltiges Niveau oberhalb des so genannten "höchstmöglichen Dauerertrags" wachsen können. Die Reformen sind dringend nötig: 47 Prozent der atlantischen Bestände und rund 90 Prozent der Mittelmeerbestände gelten heute wissenschaftlich nachweisbar als überfischt. Das gefährdet die Meeresumwelt, aber auch die Zukunftsfähigkeit von Küstenregionen, die von der Fischerei abhängig sind.

"Wegen des Rückgangs der Bestände ist die EU immer abhängiger von Importen, Aquakulturen und externen Fischgründen geworden. Solange wir das Problem der Überfischung in Europa nicht lösen, exportieren wir es ins Ausland und belasten damit die dortigen Bestände", sagt Nina Wolff, die Projektleiterin Meeresnaturschutz bei der DUH. "Bis heute tragen öffentliche Mittel für nicht nachhaltige Fischerei zur Verschlimmerung der Überfischung bei. Die breite Zustimmung zum Vorschlag des Fischereiausschusses im Parlament ist unbedingt notwendig, damit die jahrelange Überbeanspruchung der Fischbestände endlich ein Ende hat."

Die europäischen Umweltverbände haben den EU-Abgeordneten in einem gemeinsamen Briefing ihre Empfehlungen hinsichtlich der zur Abstimmung stehenden Änderungsanträge mitgeteilt. Das Briefing und ein ausführliches DUH-Hintergrundpapier zur EU-Entscheidung über die Fangquoten für 2013 im Atlantik und in der Nordsee stehen im Internet zum Download bereit: http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=3018. Einen Kurzfilm "Stoppt die Überfischung" finden Sie unter http://www.duh.de/ocean2012.html.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (ots)

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