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Nitrat-Probleme: In Niedersachsen landet weiter zu viel Dünger auf den Äckern

Archivmeldung vom 20.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Gülle wird mehrfach im Jahr in riesigen Mengen ins Erdreich gegeben. Nitratquelle Nr.1 - verursacht durch Massentierhaltung auf zu kleinem Raum.
Gülle wird mehrfach im Jahr in riesigen Mengen ins Erdreich gegeben. Nitratquelle Nr.1 - verursacht durch Massentierhaltung auf zu kleinem Raum.

Von Moehre1992, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9673584

Im Streit um den Grundwasserschutz in Deutschland kommen aus Niedersachsen keine guten Zahlen: Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, zeigen Berechnungen der Landwirtschaftskammer, dass in dem Bundesland wohl weiterhin zu viel Dünger auf den Äckern landet.

Demnach fielen zwischen dem 1. Juli 2017 und 30. Juni 2018 rund 50.000 Tonnen Stickstoff mehr an, als Pflanzen zur Düngung gebraucht hätten. Der Wert ist Bestandteil des Nährstoffberichtes, den Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Mittwoch in Hannover vorstellen will. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Stickstoffüberschuss um rund 18.000 Tonnen. Vor allem der Einsatz industriell hergestellter Mineraldünger ging zurück, wohingegen in der Tierhaltung fast gleich viel Gülle oder Mist anfiel wie zuvor.

Die Daten sind brisant, da Deutschland derzeit mit der EU-Kommission verhandelt, wie das Grundwasser hierzulande besser geschützt werden kann. Die Bundesrepublik hatte zwar die Düngeregeln verschärft, aus Sicht der Kommission reicht das nicht. Viele Messstellen in Deutschland weisen zu hohe Nitrat-Werte auf. Der Stoff gelangt vorrangig beim Düngen in die Umwelt und ist potenziell schädlich für Mensch und Natur. Das Bundesagrarministerium teilte der "NOZ" mit, zwischen Bundesregierung und den Bundesländern liefen noch Gespräche, wie sich die Anforderungen aus Brüssel umsetzen ließen.

Niedersachsens Bauernpräsident Albert Schulte to Brinke sagte der "NOZ", der Rückgang beim Stickstoffüberschuss zeige, dass die Branche das Problem der Nährstoffüberschüsse angehe. "Aber richtig ist auch, dass das noch nicht reicht", so Schulte to Brinke. Grünen-Agrarexpertin Miriam Staudte befand, die Landesregierung habe "wirksame Maßnahmen zum Wasserschutz verschlafen". Die Landtagsabgeordnete forderte besonders strenge Auflagen für Regionen mit hoher Grundwasserbelastung. Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter forderte wirkungsvolle Maßnahmen zum Grundwasserschutz. Er sagte der "NOZ": "Die Dünge-Vorschriften im benachbarten Ausland, ob Dänemark oder Niederlande sind in vielen Punkten strenger als bei uns."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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