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Widerstand gegen Transport Jülicher Atomkugeln nach South Carolina wächst

Archivmeldung vom 22.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Haupteingang zum Forschungszentrum Jülich
Haupteingang zum Forschungszentrum Jülich

Foto: Bodoklecksel
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Gegen einen möglichen Transport des hochradioaktiven Abfalls aus dem Forschungszentrum Jülich in die amerikanische Nuklearanlage Savannah River Site regt sich Widerstand in den USA. Einer der führenden Umweltaktivisten aus South Carolina, Tom Clements, kritisiert im WDR-Magazin WESTPOL die Absicht der Bundesregierung, die Castoren mit den abgebrannten Grafitkugeln aus Jülich nach Savannah zu verschiffen. "Deutschland will die Probleme mit seinem Atomabfall unbedingt auf die USA abwälzen", erklärt er.

Clements bemängelt ferner, dass die privaten Betreiber und Regierungsbeamte in den USA Geld mit dem Müll aus Deutschland verdienen wollten. Er sagte WESTPOL weiter: "Es wird berichtet, dass das ganze Projekt etwa eine Milliarde Dollar einbringen wird. Doch das sollte nicht die Motivation sein, noch mehr Müll dorthin zu schaffen, sondern wir wollen, dass das Gelände in Savannah von dem Atommüll gesäubert wird, der jetzt schon da ist."

In der vergangenen Woche hatte bereits die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf einer Pressekonferenz in Berlin kritisiert, der geplante Transport der Atomkugeln in die USA sei rechtswidrig. Die Jülicher Anlage sei kein Forschungs-, sondern ein Leistungsreaktor gewesen. Deswegen verstoße eine Ausfuhr des nuklearen Abfalls gegen das seit 2005 geltende Wiederaufarbeitungsverbot im Ausland.

Die Bundesregierung hatte im April eine Absichtserklärung mit dem US-Energieministerium über die Rücknahme der Brennelemente unterzeichnet. Derzeit lagern die Kugeln noch auf dem Gelände des Forschungszentrums. Da eine weitere Unterbringung vor Ort als unsicher gilt, hatte die nordrhein-westfälische Atomaufsicht im Juli die Räumung des Zwischenlagers verfügt.

Atomexporte aus Jülich gefährden die Zusammenarbeit in der Endlagerkommission

Insgesamt 152 Castor-Behälter mit Atommüll lagern illegal am Standort des Kernreaktors in Jülich. Wegen mangelnder Sicherheit hatte die nordrhein-westfälische Atomaufsicht verfügt, dass die Castoren nicht mehr in Jülich bleiben dürfen.

Nun plant die Bundesregierung offenbar, den Atommüll zu exportieren - ausgerechnet in die USA. Mit dem US-Energieministerium wurde bereits eine Absichtserklärung zur Rücknahme der hochaktiven Brennelemente in die USA unterzeichnet.

Für Jörg Sommer, Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Mitglied der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages, wäre das ein "eindeutiger Rechtsbruch":

"Die Abgabe von Atommüll aus kommerziellen Leistungsreaktoren zur Aufarbeitung ist gesetzlich untersagt. Der Leistungsreaktor in Jülich hat bis heute insgesamt 1,5 Milliarden Kilowattstunden ins Netz eingespeist. Um den dabei entstandenen hochradioaktiven Müll an der Rechtslage vorbei ins Ausland verschieben zu können, wurde der bisher als "kommerziell" geführte Reaktor nun kurzerhand zum Forschungsreaktor umdefiniert."

Für die Deutsche Umweltstiftung ist dieses Vorhaben nicht nur illegal - es gefährde, so Sommer, auch die Arbeitsgrundlage der Endlagerkommission:

"Die Wahrnehmung der nationalen Verantwortung für unseren Atommüll ist wesentliche Arbeitsgrundlage der Endlagerkommission. Wir brauchen nicht über den Umgang mit dem Atommüll in Deutschland zu reden, wenn er gleichzeitig illegal ins Ausland verschoben wird."

Sommer weiter: "Mit diesem Vorhaben gefährdet die Bundesregierung die Arbeit der Kommission."

Quelle: WDR Westdeutscher Rundfunk - Deutsche Umweltstiftung (ots)

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