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Robbenjäger in Neufundland dürfen die wenigen Überlebenden des eisfreien Winters töten

Archivmeldung vom 09.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Das kanadische Fischereiministerium (DFO) eröffnete gestern vor der Küste Neufundlands die zweite Phase der kommerziellen Robbenjagd. Nachdem ein Großteil des Robbennachwuchses aufgrund katastrophaler Eisbedingungen ums Leben gekommen ist, dürfen die Jäger nun die wenigen Überlebenden erlegen. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist vor Ort, um die Jagd zu dokumentieren.

23 Schiffe aus Neufundland und Labrador sind ausgefahren, um Ansammlungen von Robben zu suchen, die auf dem spärlichen Eis übrig geblieben sind.
"Im südlichen Sankt-Lorenz-Golf haben wir Robbenjunge gesehen, die am Strand ums Überleben kämpften, viele tote Tiere und viele, die verhungerten," so Sheryl Fink, Robben-Expertin des IFAW. "Es ist eine echte Tragödie, dass die wenigen Überlebenden der desaströsen Eisverhältnisse nun eine Woche später getötet werden. Diese Jungtiere sollten beschützt und nicht abgeschlachtet werden."

Im Sankt-Lorenz-Golf, wo die Jagd normalerweise beginnt, ist in diesem Jahr nur ein einziges Boot ausgefahren. Das Fischereiministerium weigert sich jedoch, zu sagen, wieviele Robben von der Crew bisher getötet wurden.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurde die Robbenjagd dieses Jahr durch den Mangel an Jungtieren und eine fehlende Nachfrage nach Robbenprodukten erheblich beeinträchtigt. Der Markt scheint gesättigt, der Preis für ein Robbenfell ist seit 2006 von 77 auf 11 Euro gefallen. Die Jagd auf Kegelrobben vor einigen Wochen fiel sogar komplett aus.

Quelle: IFAW Internationaler Tierschutz-Fonds gGmbH

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