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"Punkt 12"-Reporterteam weist deutschem Großhändler Verstoß gegen geltendes EU-Recht nach

Archivmeldung vom 18.11.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.11.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bernd Boscolo / pixelio.de
Bild: Bernd Boscolo / pixelio.de

Einen schockierenden Fall von Tierquälerei hat aktuell ein Reporterteam von "Punkt 12" aufgedeckt. Aus reiner Profitgier werden in Ungarn Millionen von Gänsen bei lebendigem Leib die begehrten Daunenfedern gerupft. Die Tiere erleiden qualvolle Schmerzen, zahlreiche überleben die brutale Prozedur nicht und verenden elendig. Damit wird eindeutig gegen das EU-weite Verbot des sogenannten "Lebendrupf" sowohl von Herstellern, als auch von Daunenproduzenten und -käufern verstoßen.

Nach einer aktuellen "Punkt 12"-Recherche ist auch ein großes deutsches Unternehmen in diese Praktiken verwickelt. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" stellte das Team verdeckte Ermittlungen an und nahm die Spur von Ungarn bis nach Deutschland auf.

Bereits vor einem Jahr hatte der "Punkt 12"-Bericht über die brutale Gewinnung von Daunen in Ungarn für die Betten- und Textilindustrie für großes Aufsehen gesorgt. Mit Hilfe des Tierschützers Markus Müller von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" erlangte das RTL-Team über einen eingeschleusten Informanten jetzt Zutritt zu einer ungarische Gänsefarm. Dort bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Tierschützer Markus Müller von "Vier Pfoten" berichtet: "Ich werde diesen Moment mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen können. Ich betrete in Ungarn einen Stall, er ist voll mit Arbeitern, die lebenden Tieren ihre Federn ausreißen. Die Gänse schreien."

Bis zu vier Mal müssen Millionen Gänse die illegale Tortur über sich ergehen lassen, bevor sie geschlachtet werden. Sobald die begehrten Daunen bei den Tieren nachgewachsen sind, rückt die professionelle Rupfbrigade wieder an. "Das sind sozusagen Spezialisten, die in Ungarn nur dafür da sind, um Gänse zu rupfen. Die fahren von Farm zu Farm und rupfen tausende Tiere im Akkord. Jede Gans, die gerupft wird, bedeutet Geld für die Rupfer", so Markus Müller.

Juliane Hedderich, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Daunen und Federindustrie (VDFI) betonte "Punkt 12" gegenüber: "(...) der Lebendrupf ist in der Regel mit Spuren von Blut und Exkrementen verbunden und das kann man leicht erkennen. Diese Ware wird zurück gewiesen. Das ist illegal, das muss angezeigt werden. Derjenige verstößt gegen geltendes Gesetz, da muss sich die Staatsanwaltschaft drum kümmern."

Doch die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hatte den Verdacht, dass solche Daunen sehr wohl auf dem deutschen Markt landen. Hunderte Tonnen Daunenfedern werden jährlich für die weiterverarbeitende Industrie produziert. Diesmal gelang es dem "Punkt 12"-Team mit der Verladung der Ware deren Spur nach Deutschland zu verfolgen. Problemlos wurde der deutsch-ungarische Zoll passiert und die notwendigen Papiere ausgestellt. Weiter ging es zu einem deutschen Großhändler. Dem Empfänger ist nach der Durchsicht der Papiere eindeutig klar gewesen, dass diese Ware aus Lebendrupf stammt. Doch trotzdem schließt die Firma das Geschäft ab. Die Dokumente, die das belegen, liegen der "Punkt 12"-Redaktion vor. 

Die gesamte Reportage sehen Sie am Donnerstag, den 18. November, ab 12.00 Uhr "Punkt 12".

Quelle: RTL Television GmbH

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