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So leiden Tiere in Leipzigs Laboren

Archivmeldung vom 26.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Matthias Preisinger / pixelio.de
Bild: Matthias Preisinger / pixelio.de

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche veröffentlicht jetzt in einem neuen Faltblatt Details zu Experimenten aus Tierversuchslaboren in Leipzig. Die Beispiele holen Tierversuche aus der Anonymität und verdeutlichen das Leid der Tiere und den Irrweg der Methode Tierversuch.

Am Leipziger Translationszentrum für Regenerative Medizin wird Kaninchen der Glaskörper eines Auges entfernt, um das Eindringen von Zellen in Hirn- und Netzhaut zu untersuchen. Die Experimentatoren weisen in ihrem Artikel selbst auf die mangelhaften Übertragbarkeit ihrer Ergebnisse auf den Menschen hin, da das menschliche Auge anders reagiere. Auch Autoren eines Fachartikels vom Herzzentrum der Universität Leipzig betonen, dass ihr Herstellungsverfahren von Herzgewerbe, sogenanntes Tissue Engineering, mit Herzmuskelzellen von Rattenbabys nicht einmal auf größere Tiere übertragen werden könne. Dabei werden Herzzellen von getöteten Rattenbabys zu einem Ring geformt und anderen Ratten eingepflanzt. In einem weiteren aufgeführten Beispiel wird an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Leipzig bei Ratten ein künstlicher Schlaganfall ausgelöst, indem ein 45 mm langes Blutgerinnsel von der Halsschlagader aus in das Gehirn geschwemmt wird, wo es ein Blutgefäß verstopft.

„Schlaganfällen durch Hirnembolien beim Menschen können diverse Erkrankungen wie Diabetes oder Gerinnungsstörungen zugrunde liegen, zudem wird ihre Entstehung durch verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel beeinflusst“, erklärt Dr. med. Katharina Kühner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Das künstlich geschädigte Tier im Versuch hat mit diesem komplexen Krankheitsbild des Menschen überhaupt nichts gemein. Die Ergebnisse aus solchen Versuchen sind von vornherein wertlos“, warnt Kühner.

„Es verwundert daher nicht, dass 92% der tiergetesteten neuen Medikamente versagen, wenn sie am Menschen ausprobiert werden. Komplexe menschliche Erkrankungen mittels Mäusen und anderen Tieren erforschen und heilen zu wollen, ist ein schändlicher und schädlicher Irrweg“, rügt Ärztin Kühner.

Das Infoblatt zu Leipzig ist bereits die 21. Städte-Broschüre der Ärztevereinigung. Alle genannten Tierversuche und etwa 4.500 weitere hat sie detailliert dokumentiert in ihrer frei zugänglichen Datenbank unter www.datenbank-tierversuche.de

Die Ärzte gegen Tierversuche warnen seit Jahren vor den Gefahren des Tierversuchs mangels Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen. Sie fordern im Interesse von Mensch und Tier eine moderne Medizin und Wissenschaft ohne Tierversuche. Obwohl Tierversuche größtenteils durch Steuergelder finanziert werden, erhält die Öffentlichkeit kaum Informationen darüber. Mit seiner Städte-Infoblatt-Serie und der Internetdatenbank will der Verein zur öffentlichen Aufklärung beitragen.

Quelle: Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche

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