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Plastikmüll: Neues Verfahren ist wirtschaftlich

Archivmeldung vom 09.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Linda Wang mit verflüssigtem Kunststoff.
Linda Wang mit verflüssigtem Kunststoff.

Bild: Vincent Walter, purdue.edu

Forscher der Purdue University ergänzen die Verfahren zur Umwandlung von Kunststoffabfällen in Wertstoffe und lösen damit das Grundproblem aller Umwandlungstechniken - die Wirtschaftlichkeit. "Unsere Umwandlungstechnik hat das Potenzial, die Gewinne der Recycling-Industrie zu verbessern und gleichzeitig den Berg an Plastikmüll schrumpfen zu lassen", sagt Chemieingenieurin Linda Wang.

Für 100 Mio. Tonnen pro Jahr

Das Verfahren funktioniert mit Polyolefinen, wie sie pro Jahr im 100-Mio.-Tonnen-Maßstab hergestellt werden und nach kurzem Gebrauch meist im Abfall landen. Das Verfahren beginnt mit der Identifizierung des Materials, das sich für die Umwandlung eignet, und dessen Separierung. Bei über 300 Grad Celsius wird der Kunststoff, der in Wasser schwimmt, in Naphta umgewandelt, auch als Rohbenzin bekannt. Das ist ein Ausgangsstoff für die Chemische Industrie. Daraus entstehen flüssige Treibstoffe wie Benzin und Kerosin.

Das neue Verfahren heißt hydrothermale Verflüssigung. Bisher wurde es vor allem zur Umwandlung von Biomasse in ein Gemisch aus zahlreichen Kohlenwasserstoffen genutzt, die von der chemischen Industrie weiterverwendet werden. Aus den jährlich im Abfall landenden Polyolefinen könnten vier Prozent des weltweiten Jahresbedarfs an flüssigen Treibstoffen hergestellt werden. Laut der UNO landen pro Jahr acht Mio. Tonnen Plastikmüll in den Meeren.

Industriepartner werden gesucht

In den vergangenen 65 Jahren hat die chemische Industrie 8,3 Mrd. Tonnen Kunststoffe hergestellt. Von dem, was aussortiert wurde, werden zwölf Prozent verbrannt. Acht Prozent wurden recycelt, klagt Wang. Der Rest landete auf Deponien oder im Meer. Diese Zahlen nahm sie zum Anlass, eine Technik zu entwickeln, die das Problem löst. Wang hofft, dass ihre Entwicklung die Recycling-Industrie dazu bringt, die schnell wachsenden Berge an Plastikmüll abzutragen. Derzeit sucht sie nach Industriepartnern, um eine Demonstrationsanlage zu bauen, in der sich größere Mengen an Polyolefinen verwerten lassen.


Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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