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Neue Bundesregierung soll Trophäenjagd einen Riegel vorschieben

Archivmeldung vom 26.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Humane Society International/Europe (HSI) Fotograf: Klaus-Henning Groth
Bild: Humane Society International/Europe (HSI) Fotograf: Klaus-Henning Groth

Mit einer Aktion vor dem Reichstag forderte die Tierschutzorganisation Humane Society International/Europe (HSI) ein gesetzliches Importverbot für Jagdtrophäen geschützter Arten. Anlässlich der heutigen konstituierenden Sitzung des neuen deutschen Bundestags trafen die frisch gewählten Parlamentarier und die kommende Bundesregierung auf ein lebensgroßes Nashorn und einen Löwen - beide als Jagdtrophäe für den Postversand verpackt.

Über starke Bilder wurde deutlich, dass jedes Jahr hunderte Jagdtrophäen nach Deutschland importiert werden. Dies geschieht legal, obwohl viele dieser Arten international geschützt und oftmals vom Aussterben bedroht sind.

Unter dem Motto #NotInMyWorld macht HSI/Europe mit der neuen Kampagne auch in den sozialen Medien gegen die veraltete und grausame Trophäenjagd mobil.

"Die neue Bundesregierung und der Bundestag müssen endlich dem Vorbild anderer Länder folgen und mit einer gesetzlichen Regelung dafür sorgen, dass es keine Importe von Jagdtrophäen geschützter Arten mehr gibt. Andere europäische Länder sind da schon viel weiter", sagt Sylvie Kremerskothen Gleason, die Landesdirektorin Deutschland von HSI/Europe. Sie berichtet: "Allein zwischen 2014 und 2020 hat Deutschland mehr als 5.400 Jagdtrophäen geschützter, bedrohter und gefährdeter Arten ins Land gelassen. Darunter Elefanten, Löwen, Giraffen, Eisbären und sogar zwei der besonders stark gefährdeten Spitzmaulnashörner. Trophäenjäger*innen sind eine sehr kleine Minderheit, für die bisher Klientelpolitik zulasten bedrohter Tiere betrieben wurde."

Die Trophäenjagd ist international umstritten und hat zahlreiche negative Effekte, die wissenschaftlich belegt sind. Nach einer repräsentativen Befragung vom März dieses Jahres lehnen neun von zehn Befragten in Deutschland diese Form des Jagdtourismus ab. Hinzu kommt, dass Deutschland laut einem HSI-Bericht auf Grundlage offizieller CITES-Daten von Trophäenimporten geschützter Arten weltweit hinter den USA den zweiten Platz einnimmt und in Europa mit weitem Abstand vor Spanien auf Platz eins der Importländer liegt. Kritiker werfen Trophäenjäger*innen vor, damit das Aussterben bedrohter und gefährdeter Arten zu beschleunigen sowie überholte, oft grausame Jagdpraktiken, wie die Jagd mit Pfeil und Bogen oder sogar Armbrust, zu befördern.

Über ein Importverbot von Jagdtrophäen geschützter Arten wollen die Tierschützer die Jagd auf bedrohte und gefährdete Arten im Ausland weniger attraktiv machen und damit zum Schutz dieser Arten beitragen. In einer Zeit, in der die Natur ums Überleben kämpft und durch den Menschen ständig ausgebeutet wird, dürfe das Aussterben faszinierender Tiere nicht noch durch den Jagdrausch Einzelner verstärkt werden, so Sylvie Kremerskothen Gleason von HSI.

Quelle: Humane Society International/Europe (HSI) (ots)

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