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Tierschutzbund kritisiert Import von Käfigeiern aus Ukraine

Archivmeldung vom 30.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Petra Bork / pixelio.de
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert den Import von Käfigeiern aus ukrainischen Legehennenfabriken, die mit deutscher Unterstützung erbaut wurden. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sprach Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder von einer "Bankrotterklärung für den Tierschutz in Deutschland". Er fügte hinzu: "Da exportieren deutsche Unternehmen mit Unterstützung der Bundesregierung Tierqualeinrichtungen in die Ukraine und die Regierung erklärt dann lapidar, dass sie den Verkauf der damit erzeugten Eier in Deutschland nicht verhindern kann." Das führe nicht nur den Tierschutz ad absurdum, sondern sei "auch moralisch und ethisch verwerflich", sagte Schröder.

Hintergrund ist die Vergabe sogenannter Hermes-Bürgschaften für den Bau der Legehennenfabriken in der Ukraine. Mit diesen Exportkreditgarantien unterstützte die Bundesregierung den Bau zweier Anlagen mit Platz für 167.000 und 214.000 Hühner - ohne dass die Mindeststandards der EU an die Käfighaltung eingehalten werden mussten. Schon damals befürchteten deutsche Geflügelzüchter die Konkurrenz ukrainischer Eiprodukte und sprachen von einem "Alarmsignal" - schließlich müssen sie zu deutlich höheren Kosten weitaus strengere Anforderungen erfüllen. Auch der Tierschutzbund übte bereits im August 2012 Kritik. Hinzu komme, dass sogenannte verarbeitete Eier nicht kennzeichnungspflichtig seien, der Verbraucher den Ursprung also nicht auf der Verpackung erkennen könne. Von der neuen Bundesregierung forderte Schröder deshalb schnellstmöglich eine nationale Kennzeichnungspflicht auch für verarbeitete Eier.

Union und SPD fordert Schröder auf, beim Tierschutz nicht nur nach EU-Recht zu verfahren, das aufgrund der unterschiedlichen Standards in den Mitgliedsstaaten noch vergleichsweise schwach sei. "Deutschland muss hier eine Vorreiterstellung einnehmen und Gesetze beschließen, die über derzeitiges EU-Recht hinausgehen", verlangt der Tierschutzbund-Präsident.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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