Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Natur/Umwelt Untersuchung belegt: Haussanierung und Artenschutz passen unter ein Dach

Untersuchung belegt: Haussanierung und Artenschutz passen unter ein Dach

Archivmeldung vom 08.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Auch Rauchschwalben nisten gern an Häusern. In einem von der DBU geförderten Projekt wurden nun Wege ermittelt, wie bei einer energetischen Sanierung die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt werden können, ohne bei der Dämmqualität große Abstriche machen zu müssen.
Quelle: © J.Lübbert/BUND Region Hannover (idw)
Auch Rauchschwalben nisten gern an Häusern. In einem von der DBU geförderten Projekt wurden nun Wege ermittelt, wie bei einer energetischen Sanierung die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt werden können, ohne bei der Dämmqualität große Abstriche machen zu müssen. Quelle: © J.Lübbert/BUND Region Hannover (idw)

Klima- und Artenschutz müssen sich bei der energetischen Gebäudesanierung nicht ausschließen. Wer sein älteres Haus modernisieren, Vogel- und Fledermausarten als „Untermieter“ aber nicht um ihre Brutplätze und Ruhequartiere bringen will, hat jetzt neue Möglichkeiten zum dauerhaften Schutz der Tiere. In einem zweijährigen Forschungsprojekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz, BUND Region Hannover, wurden an über 60 Gebäuden beispielhafte Artenschutzmaßnahmen umgesetzt.

Hierbei wurden für Fledermäuse, Mauersegler und Haussperlinge über 800 Nistmöglichkeiten erhalten oder neu geschaffen. Zusammen mit Nistkastenherstellern wurden spezielle Niststeine für den Einbau in die Wärmedämmung entwickelt, ein Leitfaden zusammengestellt und ein branchenübergreifendes Netzwerk geschaffen. Umfangreiches Infomaterial kann unterhttp://region-hannover.bund.net kostenlos heruntergeladen werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte das Projekt mit rund 24.000 Euro unterstützt.

„Die energetische Gebäudesanierung spielt für das Gelingen der Energiewende eine wichtige Rolle. Bis zu 80 Prozent der Energie, die zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verbraucht wird, lassen sich durch Maßnahmen wie die Wärmedämmung von Dach, Wänden und Kellerdecke, den Einbau von wärmeisolierenden Fenstern oder die Umstellung auf energieeffiziente Heizsysteme einsparen“, betonte DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Das Problem: Lebensräume für Vögel und Fledermäuse in und unter Dächern, hinter Fassadenverkleidungen, Fallrohren oder in Fassadennischen können ersatzlos verloren gehen, wenn die Handwerker anrücken.

„Gerade Vogelarten wie Mauersegler und Hausrotschwanz oder seltene Fledermausarten wie Zwerg- und Breitflügelfledermaus sind im städtischen Raum auf vielfältige Gebäudestrukturen angewiesen. Diese werden als Schlaf- und Brutquartiere benötigt. Das jetzt abgeschlossene Projekt zeigt, dass sich Klima- und Artenschutz bei der Gebäudesanierung nicht ausschließen müssen“, erklärte DBU-Naturschutzreferent Dr. Volker Wachendörfer.

„Wir haben modellhafte Lösungen für die häufigsten Gebäudetypen entwickelt, wie bundesweit bei Modernisierungen die Quartiere erhalten, ersetzt oder neu geschaffen werden können“, sagte Diplom-Biologin Jana Lübbert vom BUND. Die umfangreichen Unterlagen mit Erfahrungen, Tipps und Lösungsmöglichkeiten könnten ab sofort kostenlos auf der Homepage der BUND Kreisgruppe Region Hannover heruntergeladen werden.

„Wir konnten ein branchenübergreifendes Netzwerk aufbauen, in dem Baubranche, Verwaltung und Naturschutz kooperativ und erfolgreich an Lösungen gearbeitet haben“, erklärte Lübbert. Nach der Entwicklung der neuen Einbausteine habe man auch eine Nistkastenausstellung für Interessierte zusammengestellt. Gemeinsam mit der ehrenamtlichen BUND-Arbeitsgruppe „Mauersegler“ seien im Rahmen des Projektes zahlreiche private Bauherren, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften, Architekten, Handwerker und Energieberater angesprochen und Baumaßnahmen begleitet worden. Auch nach Projektende wolle man die Beratungen nun engagiert fortführen.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (idw)

Anzeige: