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NABU begrüßt Verwarnung Maltas durch Europäische Kommission wegen Vogeljagd

Archivmeldung vom 19.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der NABU hat die Aufforderung Maltas durch die Europäische Kommission begrüßt, die Frühjahrsjagd auf Zugvögel per Gesetz zu beenden. Nachdem die Europäische Kommission bereits im Juni letzten Jahres ein formales Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta eröffnete, hat Brüssel nun den Druck auf den Inselstaat erhöht und ein letztes Warnschreiben an die maltesische Regierung adressiert.

Auch im vierten Jahr nach dem EU-Beitritt Maltas erlaubt die nationale Gesetzgebung die besonders schädliche Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben. *Die Jagd auf Vögel, die sich auf dem Heimweg in ihre Brutgebiete befinden, wirkt sich besonders negativ auf ihre Bestände aus“, erklärte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Umso mehr begrüße der NABU, dass die Europäische Kommission den Appellen der Naturschutzverbände gefolgt ist und den politischen Druck auf Malta jetzt erhöht. *Ziel muss sein, dass auch auf Malta die Vorschriften der EG-Vogelschutzrichtlinie eins zu eins umgesetzt werden“ betonte Nipkow.

Aber nicht nur im Frühjahr, auch in den Herbst- und Wintermonaten bestehen auf Malta noch großzügige Genehmigungen zur Jagd auf wildlebende Vögel. In einer für Europa einmaligen Intensität bejagen die rund 14.000 maltesischen Jäger und 8.000 Fallensteller noch immer insgesamt 39 Vogelarten, von denen viele in Mitteleuropa auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Hinzu kommen unzählige illegal getötete Vögel, die eigentlich auch auf Malta ganzjährigen Schutz genießen sollten. Wie eine Auswertung beringter Todfunde gezeigt hat, fallen den Jägern besonders viele Vögel aus Deutschland zum Opfer: Brutvögel aus Deutschland stehen an fünfter Stelle unter 38 Herkunftsländern, aus denen die im Frühjahr und Herbst getöteten Vögel stammen, darunter seltene Greifvögel wie Wespenbussarde, Rohrweihen und Fischadler, aber auch Pirole, Singdrosseln und andere Singvögel. Selbst der Turmfalke, Vogel des Jahres 2007, fand sich unter den meist aus rein *sportlichen“ Gründen getöteten Tieren.

Mit Hilfe von Spendengeldern für ein Vogelschutzcamp unterstützt der NABU Maltas Vogelschützer alljährlich auch vor Ort. Der nur 316 Quadratkilometer große Inselstaat liegt auf einer der bedeutendsten Vogelzugrouten. Hier rasten mehrere Millionen Zugvögel ein letztes Mal, bevor sie Kurs auf die afrikanische Küste oder ihre europäischen Brutgebiete nehmen.

Quelle: Pressemitteilung NABU

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