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Taï-Schimpansen als Hollywood Stars

Archivmeldung vom 27.04.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Der Schimpanse Freddy mit seinem Adoptivsohn.
Quelle: Tobias Deschner, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (idw)
Der Schimpanse Freddy mit seinem Adoptivsohn. Quelle: Tobias Deschner, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (idw)

Oscar, Freddy und Isha sind die Stars des neuen Disneynature Films “Chimpanzee”, der am Freitag, dem 20. April 2012, in den USA seine Premiere feierte. Dies ist der erste Film, der vollständig im afrikanischen Regenwald gefilmt wurde und der auf bewegte Bilder von frei lebenden Schimpansen zurückgreift, die im Taï National Park an der Elfenbeinküste und in Ngogo im Kibale Nationalpark in Uganda beheimatet sind. Die drei Hauptdarsteller Oscar, Freddy und Isha gehören Gruppen von Schimpansen an, die Max-Planck-Direktor Christophe Boesch und sein Team an der Elfenbeinküste bereits seit 33 Jahren erforschen. Der Termin der Deutschland-Premiere steht noch nicht fest.

Die Handlung des Films basiert auf einem der beeindruckenden Adoptionsfälle, die bei den Taï-Schimpansen beobachtet wurden. Nach dem tragischen Verlust seiner Mutter wurde ein Schimpansenjunges glücklicherweise von Freddy, einem der erfahrensten Schimpansenmännchen seiner Gruppe, adoptiert. Die Handlung basiert auf der außergewöhnlichen Beziehung zwischen den beiden Schimpansen, in der Freddy für das Waisenkind sorgte, als wäre es sein eigenes. „Als ich zum ersten Mal beobachtete wie Freddy mit dem verwaisten Schimpansenkind seine Nahrung teilte und ihm dabei half, auf seinen Rücken zu klettern, fiel es mir schwer nicht zu denken, dass er das Bedürfnis empfand, dem Kind zu helfen. Diese Art von Empathie ist etwas, das wir als Menschen gut nachempfinden können“, sagt Tobias Deschner, der am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie forscht.

Achtzehn Adoptionen wurden bisher im Taï-Nationalpark dokumentiert, aber jetzt wurde erstmals eine solche beeindruckende Beziehung gefilmt und für die Weltöffentlichkeit sichtbar gemacht. Der Film „Chimpanzee“ ist eine einzigartige Möglichkeit für ein breites Publikum etwas über das Verhalten unserer nächsten lebenden Verwandten zu lernen und zu verstehen, weshalb Forschung auf dem Gebiet der evolutionären Anthropologie so faszinierend und wichtig ist. Wissenschaftler, Doktoranden und Feldforschungsassistenten der Abteilung Primatologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig waren an den täglichen Dreharbeiten beteiligt und haben diesen Film erst möglich gemacht. Christophe Boesch, Direktor der Abteilung Primatologie, war als leitender wissenschaftlicher Berater für den Film direkt an der Entwicklung des Drehbuchs beteiligt um sicherzustellen, dass die zahlreichen Facetten des Lebens und Verhaltens der Schimpansen sich auch im Film wiederfinden.

Frei lebende Schimpansen sind überall dort, wo sie in Afrika beheimatet sind, durch Wilderei, Abholzung und die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht. Das gilt auch für die Schimpansen, die im Taï-Wald leben. „Dieser Film bringt den Zuschauern das Leben von Schimpansen im Freiland näher und ermöglicht ihnen, etwas über die Persönlichkeiten einzelner Tiere zu lernen. Ich hoffe sehr, dass die Öffentlichkeit sich den Tieren auf der Leinwand verbunden fühlt und aus dieser Verbundenheit heraus unsere Bemühungen unterstützen wird, diese bedrohte Tierart zu schützen und zu erhalten“, sagt Christophe Boesch.

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (idw)

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