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Braunbär JJ3 droht der Abschuss

Archivmeldung vom 11.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

VIER PFOTEN und die Stiftung für Bären sprechen sich vehement gegen den drohenden Abschuss des Braunbären JJ3 aus. In Kürze soll der Bruder von Bruno von Schweizer Behörden als Risikobär klassifiziert werden. Damit wäre die Jagd auf ihn eröffnet.

Sollte diese extreme Maßnahme tatsächlich beschlossen werden, fordern die beiden Stiftungen, den Bären unbedingt lebend einzufangen und bieten die vorübergehende Unterbringung des Bären in einem Bärenschutzzentrum an. "Wir haben den Behörden heute eine Lösung im Sinne des Tierschutzes angeboten", erklärt Carsten Hertwig, der Verantwortliche für die Bärenparks bei VIER PFOTEN. "In einem weiteren Schritt kann nach einer dauerhaften Heimat für den Bären in einer weitgehend artgerechten Haltung gesucht werden."

Braunbär JJ3 hat nach Beenden seiner Winterruhe in diesen Tagen eine Höhle verlassen und sorgt schon wieder für Aufregung, weil er sich in der Nähe von Menschen auf Nahrungssuche begibt.

"Um das Tier nachhaltig von Menschen fernzuhalten, müssen die Vergrämungs-Maßnahmen konsequent fortgesetzt werden", fordert Hertwig. Weiter gilt es aber auch, die Schutzmassnahmen für Nutztiere zu verbessern und die Bevölkerung konsequent über die "bärensichere" Lagerung von Abfällen aufzuklären.

"Wir fordern die verantwortlichen Behörden auf, die Möglichkeit der Tötung nicht in Betracht zu ziehen und alles zu tun, um JJ3 in Freiheit zu belassen", sagt Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Stiftung für Bären. "Die letzte Option kann nur der Lebendfang des Bären sein." In diesem Fall stehen VIER PFOTEN und die Stiftung für Bären bereit, um eine tierschutzkonforme Unterbringung zu organisieren. VIER PFOTEN betreibt drei und die Stiftung für Bären ein Bärenzentrum, für die artgemäße Unterbringung von Bären, die aus schlechter Zoo- oder Zirkushaltung stammen.

Die beiden Stiftungen verfügen über jahrzehntelange praktische Erfahrung mit tierschutzgerechter Bärenhaltung. Trotzdem kann letztlich nicht ausgeschlossen werden, dass ein ursprünglich wild lebender Bär in Gefangenschaft Verhaltensabweichungen entwickelt. Die natürliche Beschaffenheit und die speziell auf Bären ausgerichtete Strukturierung der großen Freianlagen bieten jedoch eine Unterbringung unter naturnahen Bedingungen und minimieren dieses Risiko.

Quelle: VIER PFOTEN

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