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Alte Auto-Akkus: Prüfung für "zweites Leben"

Archivmeldung vom 23.01.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.01.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Akkumodul im Labor: könnte noch nützlich sein.
Akkumodul im Labor: könnte noch nützlich sein.

Bild: warwick.ac.uk

Forscher der WMG, University of Warwick haben für Nissan einen Prozess entwickelt, um schneller und günstiger zu prüfen, ob alte Auto-Akkus für ein "zweites Leben" im Heim- oder Industriebereich geeignet sind. Das soll es erleichtern, für Mobilitätsanwendungen bereits zu schwach gewordene Akkus weiter als Speicher zu verwenden, ehe sie recycelt werden müssen - was besser für Wirtschaft und Umwelt wäre. In Pilotversuchen hat sich das Verfahren für Akkus aus Nissans E-Auto Leaf bewährt.

Stark ausgemustert

"Auto-Akkus liefern einige tolle Umweltvorteile, doch sie verbrauchen dafür viele Ressourcen", sagt WMG-Professor David Greenwood. Denn die Herstellung der Akkus ist aufwendig. Dabei werden Auto-Akkus im Allgemeinen früh ausgemustert, da eine sinkende Kapazität auch eine sinkende Reichweite bedeutet. Über 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität haben gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus aus Autos meist noch, wenn sie vermeintlich am Ende sind. "Akkus ein zweites Leben zu eröffnen, verbessert sowohl den Umwelt- wie auch auch den Wirtschaftswert, den wir aus den genutzten Ressourcen schöpfen", betont daher Greenwood.

Das Problem: Die Bewertung, welche der Speichermodule, aus denen ein Akku aufgebaut ist, wirklich für Sekundäranwendungen im Heim- oder Industriebereich geeignet sind, war bislang relativ langwierig und teuer. Nissan hat daher nach effizienteren Prüfmethoden gesucht. Dem WMG-Team ist es gelungen, Prüfverfahren zu entwickeln, mit denen die Bewertung einzelner Module in teils nur drei Minuten statt wie bislang über drei Stunden möglich ist. Projektpartner Ametek hat mit WMG zusammengearbeitet, um die entwickelten Algorithmen in ein Industriegerät einzubetten, das Nissan und andere Autobauer zur Prüfung nutzen können.

Erwiesener Mehrwert

In ersten Pilottests an Nissan-Leaf-Akkus hat sich das Verfahren bewährt. Nun folgen ausgedehntere Tests des Verfahrens zur Akkuprüfung in einem Pilotwerk. Nissan hofft, dass die überwältigende Mehrheit der Akkus, die in Europa in E-Autos verbaut werden, in Sekundäranwendungen zum Einsatz kommen kann. Dies würde größere Wertschöpfung und weniger Verschwendung durch zu frühes Recycling bedeuten.

Eine mögliche Anwendung noch relativ leistungsfähiger, aber im Mobiltätsbereich ausgemusterter Akkus ist die Nutzung als Zwischenspeicher für Wind- und Solarstrom; die Akkus könnten so also einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Ein Team der University of Warwick setzt auch auf alte Auto-Akkus für die Stromversorgung entlegener Gebiete in Entwicklungsländern.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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