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Nach Giraffe Marius: Kopenhagener Zoo tötet vier gesunde Löwen

Archivmeldung vom 25.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Tod und Qual: Löwenhaltung im Zoo. Bild: © PETA
Tod und Qual: Löwenhaltung im Zoo. Bild: © PETA

Nach der Tötung der jungen Giraffe Marius vor sechs Wochen, haben die Verantwortlichen des Zoos in Kopenhagen nun vier weitere gesunde Tiere getötet. Unter dem lapidaren Stichwort „Generationswechsel“ wurden am gestrigen Montag zwei ältere und zwei jüngere Löwen eingeschläfert, um Platz für eine neue Löwenzucht zu schaffen. PETA Deutschland e.V. übt scharfe Kritik an den willkürlichen Tötungen von gesunden Tieren im Zoo Kopenhagen und anderen Zoos. Die Tierrechtsorganisation ruft die Öffentlichkeit dazu auf, zoologische Einrichtungen künftig konsequent zu meiden und das unethische Verhalten nicht länger mit Eintrittsgeldern zu unterstützen.

Auch deutsche Zoodirektoren hatten nach dem Tod von Giraffe Marius Tiertötungen dieser Art zugegeben und verteidigt. PETA wirft den Zoos zudem vor, die Besucher mit dem Artenschutz-Argument zu täuschen. Denn wie in den Fällen der Giraffe Marius und der Löwen wird ausschließlich für die Gefangenschaft gezüchtet. Auswilderungen sind bei diesen Tierarten grundsätzlich nicht möglich.

„Der sinnlose Tod der vier Löwen und des Giraffenbullen Marius enthüllt das lebensverachtende System, das Zoos in Wirklichkeit sind. Bei der Überschussproduktion von Tierbabys geht es nicht um Tier- oder Artenschutz, sondern nur um höhere Besucherzahlen“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Für Tiere sind Zoos nichts anderes als Gefängnisse – oft sogar mit Todestrakt.“

Auch in deutschen Zoos werden überzählige Tiere im großen Stil entsorgt. Im Mai 2011 wurden im Zoo Magdeburg 27 Zebrafinken getötet, um Platz für die attraktiveren Goldamadinen (ebenfalls eine Finkenart) zu schaffen. Im November 2012 wurde im Tiergarten Nürnberg mindestens ein seltener Prinz-Alfred-Hirsch - ebenfalls aus Platzgründen - erschossen. Ebenfalls im Zoo Magdeburg wurden 2008 drei Tigerbabys eingeschläfert, weil sie nicht reinrassig waren. Die Zoo-Verantwortlichen wurden dafür rechtskräftig verurteilt.

Viele Zoos entledigen sich auf andere Weise der Tiere: jährlich verkaufen deutsche Zoos tausende Tiere an dubiose Tierhändler. Oft verschwinden sie nach der Transaktion in dunklen Kanälen. PETA hat anhand von Handelsdokumenten nachgewiesen, dass der Zoo Berlin in den letzten Jahren mehr als tausend Tiere an den dubiosen Tierhändler Werner Bode verkauft hat. Besonders brisant: der Tierhändler zählt unter anderem ein Tierversuchslabor sowie ein Exotenrestaurant zu seiner Kundenliste.

PETA setzt sich grundsätzlich für ein Haltungsverbot von exotischen Tieren in Gefangenschaft ein. Tiere in zoologischen Einrichtungen weisen durch die artwidrigen Haltungsbedingungen in der Regel schwere Verhaltensstörungen auf. Besucher lernen in Zoos nichts über die natürlichen Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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