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110.339 Menschen bei Anti-Atom-Aktionen in 450 Städten

Archivmeldung vom 14.03.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.03.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Am Tag der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) protestierten 500 Wendländer am und auf dem Gelände des geplanten Endlagers in Gorleben. Unterstützt wurden die Demonstranten von rund 30 Treckern. Die AKW-Gegner überwanden Sperrzäune und besetzten vorübergehend Gelände und Gebäude. Bild: Andreas Conradt / PubliXviewinG
Am Tag der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) protestierten 500 Wendländer am und auf dem Gelände des geplanten Endlagers in Gorleben. Unterstützt wurden die Demonstranten von rund 30 Treckern. Die AKW-Gegner überwanden Sperrzäune und besetzten vorübergehend Gelände und Gebäude. Bild: Andreas Conradt / PubliXviewinG

Am heutigen Abend haben in 450 Städten im ganzen Bundesgebiet 110.339 Menschen für die Stilllegung der Atomkraftwerke demonstriert. Zu den Mahnwachen hatte erst vor 48 Stunden die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt aufgerufen.

Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt: „Noch nie in der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung haben an so kurzfristig angesetzten Demonstrationen so viele Menschen teilgenommen. Der massive Zulauf zu den Protesten zeigt, dass die Bundeskanzlerin mit ihrer Moratoriums-Strategie gescheitert ist. Die Bevölkerung nimmt ihr nicht ab, dass sie es in punkto Sicherheit ernst meint. Denn nur ein stillgelegtes AKW ist ein wirklich sicheres AKW. Wir brauchen keine Verschiebung der Laufzeitverlängerung bis nach den Landtagswahlen, sondern einen echten und schnellen Atomausstieg. Wenn dieser nicht konsequent umgesetzt wird, werden die Proteste weiter zunehmen.“  

ROBIN WOOD: Laufzeitverlängerung auszusetzen, reicht nicht

ROBIN WOOD ruft angesichts eines der schwersten Unfälle in der Geschichte der Atomkraftnutzung, der zurzeit in Japan passiert, zu Massenprotesten auf. Es geht darum, Anteilnahme mit den Opfern der Katastrophe in Japan zu zeigen und zugleich die Bestürzung und Wut über die unverantwortliche Atompolitik auf die Straße, zu den Regierungssitzen, den AKW-Standorten und in die Konzernzentralen der großen Energieversorger zu tragen. Schon heute Abend werden in etwa 400 deutschen Orten Demonstrationen und Mahnwachen stattfinden. Gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Organisationen mobilisiert ROBIN WOOD ab heute zu regionalen Großkundgebungen, die am 26. März u.a. in Hamburg und Berlin stattfinden sollen. Die Bundesregierung zieht inzwischen erste Konsequenzen aus der Katastrophe und will offenbar die Verlängerung der Laufzeiten vorübergehend aussetzen.

„Merkels wahltaktisch begründete Ankündigung, die Laufzeitverlängerung vorübergehend auszusetzen, reicht nicht aus“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent bei ROBIN WOOD. „Die Menschen radikalisieren sich und wollen jetzt Taten sehen in Form von stillgelegten AKWs. Atomkraft ist eine unbeherrschbare, menschenfeindliche Technologie, deren Zeitalter endgültig vorbei ist. Die Konsequenz aus der Katastrophe in Japan muss heißen: sofortiger Atomausstieg.“ Die Havarie der Reaktoren hat die Welt verändert und markiert eine Zäsur in der Bewertung der Atomtechnik. „Alle spüren, dass wir jetzt nicht so weiter machen können wie bisher“, so Seifert. „Der Widerstand gegen die Atomkraft wird jetzt eine neue Qualität bekommen.“

Obwohl die schwarz-gelbe Bundesregierung Atomkraft inzwischen selbst als Auslaufmodell beschreibt, hatte sie erst im Herbst vergangenen Jahres gegen erbitterte Widerstände eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke durchgesetzt. Selbst die ältesten Schrottreaktoren wie Biblis A und B, Neckarwestheim I, Phillipsburg I, Isar I, Brunsbüttel und Krümmel dürften demnach noch auf Jahre am Netz bleiben. Durch die Katastrophe in Japan ist die Atom-Lobby nun aber weltweit so stark in der Defensive geraten wie nie zuvor.

Die Sicherheitslage in den japanischen AKWs spitzt sich seit dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami am vergangenen Freitag weiter dramatisch zu. Inzwischen sind drei der sechs Blöcke im Atomkraftwerk Fukushima außer Kontrolle. Überhitzen die Brennstäbe, drohen die Behälter zu schmelzen oder zu explodieren. Bei einer Kernschmelze gelangen große Mengen tödlich strahlender Radioaktivität in die Umgebung. Über 200.000 Menschen wurden inzwischen evakuiert, Hunderttausende sind auf der Flucht.

Das Ausmaß der Katastrophe bei einem atomaren Unfall in einem dicht besiedelten Gebiet wird jetzt auf grausame Weise vorstellbar. Das Restrisiko lässt sich nicht mehr verdrängen und klein reden.

Alle Blöcke des rund 250 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Atomkraftwerks Fukushima sind in den siebziger Jahren ans Netz gegangen. Es handelt sich dabei um so genannte Siedewasserreaktoren, vergleichbar mit den deutschen Meilern Brunsbüttel, Krümmel, Isar I und Philippsburg I. Die beginnende Kernschmelze in den japanischen Reaktoren ist eine Folge des Stromausfalls und des Versagens der Kühlsysteme. Dieses Risiko besteht auch in weniger erdbebengefährdeten Gebieten wie Deutschland.

Quelle: .ausgestrahlt / ROBIN WOOD

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