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„Leistungsfähigste Gezeitenturbine der Welt“: Ein schwimmendes Kraftwerk aus Schottland

Archivmeldung vom 27.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Bild: Orbital Marine Power
Bild: Orbital Marine Power

Auf Ebbe folgt so sicher die Flut wie der Tag auf die Nacht. Diese Gewissheit nutzt man weltweit, um mit Wasserkraft Strom zu erzeugen. Nun will ein schottisches Unternehmen die „leistungsfähigste Turbine der Welt“ produziert haben. Im Gegensatz zu gigantischen Gezeitendämmen, handelt es sich hierbei um eine schwimmende Konstruktion. Dies schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter heißt es diesbezüglich auf deren deutschen Webseite: "Gezeitenkraftwerke sind ein besonderer Typ von Wasserkraftwerken. Statt der Strömung von Flüssen nutzen sie die Anziehungskraft des Mondes, um Strom zu erzeugen. Dieser setzt durch den Wechsel von Ebbe und Flut Wassermassen in Bewegung und durch Meerengen zum Beispiel strömen diese mit besonders hoher Geschwindigkeit. Das sind geeignete Stellen, um die Energie mit Technologien abzugreifen, die von riesigen Wänden und Staudämmen über auf- und absteigende Bojen und schwimmende Turbinen bis hin zu Unterwasserdrachen reichen.

Die größten Stromerzeuger auf diesem Gebiet sind ganz klar die Projekte, bei denen Wasser gestaut wird. Am meisten produziert dabei das südkoreanische Gezeitenkraftwerk Sihwa-ho mit 254 Megawatt Leistung, dicht gefolgt vom französischen Gezeitenkraftwerk La Rance, das bis zu 240 Megawatt erzeugt und über 50 Jahre alt ist. Allerdings sind das extrem aufwendige Projekte, bei denen unter Wasser massive Wände hochgezogen werden müssen.

Gezeitenturbinen sind kleinere Lösungen, die deutlich weniger Leistung erbringen, dafür aber auch wesentlich leichter zu installieren sind. Sie können fest am Meeresgrund montiert oder freischwebend an Ankerpunkten fixiert sein. Die Gezeitenturbine O2 vom schottischen Unternehmen „Orbital Power“ ist von letzterer Art: Mit vier extrem starken Ketten wird sie im Meeresgrund an vier Stellen festgemacht. An beiden Seiten stehen zwei 18 Meter lange Arme ab, an welchen sich jeweils eine Turbine von 20 Metern Durchmesser dreht. Die Rotorblätter können in Abhängigkeit von der Fließrichtung des Wassers gedreht werden. Die Plattform selbst ist 74 Meter lang.

Auf bis zu zwei Megawatt Leistung wurde bereits der 2017 installierte Prototyp SR2000 des O2 geschätzt, der als Forschungsplattform im ersten Jahr knapp drei Gigawattstunden Strom lieferte. Seit dem vergangenen Donnerstag ist nun auch die erste Serien-Maschine fertiggestellt worden. Das Unternehmen schätzt, dass die 680 Tonnen schwere Turbine etwa 2000 britische Haushalte mit Strom versorgen oder etwa 2200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen könnte.

Um die leistungsfähigste Gezeitenturbine handelt es sich dabei nicht, wie das Portal für Wissenschaft und Technik „New Atlas“ zurecht betont. So soll jede Turbine vom französischen La Rance bei maximaler Auslastung bis zu zehn Megawatt erzeugen können. Gemeint dürfte eher sein, dass es sich hier um die leistungsfähigste schwimmende Turbine handelt."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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