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Schiefergas: Europas trügerische Hoffnung

Archivmeldung vom 22.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Collage: Stimme Russlands
Bild: Collage: Stimme Russlands

Warum ist die Pyromide eingestürzt, die auf dem Schiefergas-Abbau in den USA basierte? Wie hoch ist der eigentliche Selbstkostenpreis dieses Treibstoffs? Für wen war das Schieferfieber in Europa von Vorteil? Diese Fragen stellt Gajane Chanowa bei Radio "Stimme Russlands".

Gajane Chanowaschreibt weiter: "Bulgarien hat ein Moratorium für Schiefergaserkundung eingeführt, Rumänien will dagegen kein Verbot verhängen und hat vor, am unterirdischen See zu bohren, der auch unter Bulgarien liegt. Polen, Litauen und die Ukraine hoffen auf den Schiefer, der eine Alternative für russische Gaslieferungen werden könnte. In Polen wurde die Schiefergasförderung zu einer Priorität der Elektroenergie-Politik erklärt. Für die entsprechenden Projekte wurden für 2013 500 Millionen US-Dollar gewährt.

Deutschland und Frankreich dagegen verbieten die Erkundung des nicht konventionellen Treibstoffs. Warum ist da Europa so inhomogen? Was bremst die Schiefergas-Erkundung eigentlich ab? Und: Kann es langfristige Gazprom-Verträge bedrohen? Auf diese Fragen geht einer der führenden Experten auf diesem Gebiet, der Direktor des Ingenieur- und Innovationszentrums „Geogazkonsult“ Valeri Nechanow ein:

„Was die Frage darüber angeht, warum Bulgarien das Bohren verboten und Rumänien erlaubt hat, so sind hier nicht so sehr Umweltprobleme im Spiel, sondern nichts als politischer Kampf um die Wähler. Obwohl die Bulgaren schon einen Grund zur Empörung haben, denn falls sich ein Riss unkontrolliert entwickelt, können die hochgiftigen Stoffe, die beim Freking ins Wasser hineingepumpt werden, in den See, also in den Süßwasserspeicher des Landes gelangen. Alles hängt da nun von Rumänien ab. Wenn es bereit ist, Millionen für umfassende physikalische Studien auszugeben, kostspielige Ausrüstungen anzuschaffen und Bergmassive zu erforschen, so kann man das Bohrloch zu einer beliebigen Seite neigen und somit die Vergiftung der Unterseegewässer zu vermeiden.“

Leider kostet nur eine Testbohranlage 17 Millionen US-Dollar! Um die zu fördernden Mengen einzuschätzen, muss man im Boden waagerecht Tausende Meter lang bohren, das Gestein mit Wasserkraft unter Druck (Freking-Verfahren) zerbrechen, spezielle Flüssigkeiten und Sand ins Bohrloch hineinpumpen und schließlich das Gas fördern. Das einzupumpende Wasser hat bestimmte Eigenschaften aufzuweisen. Dazu wird es mit bestimmten Nachweismitteln eingedickt werden, die giftig sind. Der Experte fährt fort:

„Was ist in Texas, am Vorkommen Barnett Shale passiert? Dort haben die Kühe Wasser aus artesischem Brunnen getrunken und… gestorben. Oder man denke an Methan, das in den Regionen, wo Schiefergas erkundet wird, durch den Wasserhahn herauskommt! Man braucht nur ein Streichholz anzünden – und schon brennt das Wasser. Und sowas geschieht in den USA, wo Millionen für Forschungsarbeiten ausgegeben wurden, wo man sogar den Film „Gasland“ drehte.

Heute freilich, 30 Jahre nach Beginn der Erschließung der Schiefergasfelder, verzichten die Amerikaner auf die Forschung – man bohrt einfach! Warum? Weil sich Schiefergas nach all den Erkundungsspesen nicht mehr rentiert. Auf dem weitläufigen amerikanischen Kontinent kann das wahrscheinlich noch gehen, aber nicht im dicht besiedelten Europa.“

Wahrscheinlich begreift man in Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Schweden und der Schweiz der Gefahr schon. Der deutsche Umweltminister Peter Altmaier sprach sich ebenso gegen das freking aus, doch Europas Schiefergas-Schatzkammer ist Polen. Ursprünglich waren hier die Vorräte auf 5,3 Billionen Kubikmeter geschätzt. Später wurde diese Schätzung auf 1,92 Billionen Kubikmeter korrigiert, was auch allerhand ist."

Quelle: Text Gajane Chanowa - „Stimme Russlands"

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