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„Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten“ löste heftige Debatte aus

Archivmeldung vom 27.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Honigbiene (Apis mellifera)
Honigbiene (Apis mellifera)

Foto: Pollinator
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk veröffentlicht heute eine umfangreiche Klarstellung zur Kritik am Review „Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten“. Diesen bedeutenden Überblick über den Stand der Wissenschaft hatten die Luxemburger Umweltorganisation AKUT, der NABU Baden-Württemberg und diagnose:funk gemeinsam im September 2020 herausgegeben.

Nach der Veröffentlichung (u.a. als Beilage in der Fachzeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft) entbrannte eine heftige Debatte um die Studie. Medien berichteten deutschlandweit und darüber hinaus. Das Bundesamt für Strahlenschutz reagierte mit einer Stellungnahme, in Medienberichten wurde von Wissenschaftlern Kritik geäußert. Im neuen Brennpunkt „Heftige Debatte um die Insektenstudie“ geht diagnose:funk nun auf alle Kritikpunkte wissenschaftlich fundiert ein.

„Die Bundesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz müssen sich konstruktiv mit den vorliegenden Studien und dem Review auseinandersetzen“ fordert Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk und zuständig für den Bereich Wissenschaft. „Wer an den Ergebnissen des Reviews derart grundlegend zweifelt, muss eigene Studien in Auftrag geben. Bis Ergebnisse vorliegen, dürfen in Sachen Mobilfunkausbau keine weiteren Tatsachen geschaffen werden – sprich: Das Vorsorgeprinzip erfordert ein Moratorium für den Mobilfunkausbau.“

Der wissenschaftliche Fortschritt des Reviews von Thill besteht darin, dass er akribisch die vorhandenen Studien dokumentiert und bewertet. Er deckt eine Studienlage auf, die bisher in diesem Ausmaß nicht vorlag. Die Kritiken bestätigen im vollen Umfang die Relevanz des Reviews. Angesichts des dramatischen Insektensterbens muss die potenzielle Schädigungsnoxe Mobilfunkstrahlung weiter erforscht werden. Der Review basiert auf 83 relevanten Studien, von denen 72 einen Effekt bei Insekten aufzeigen, wenn diese den vom Menschen erzeugten elektromagnetischen Feldern unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte ausgesetzt sind. Dazu zählt ganz erheblich die Mobilfunkstrahlung.

Auszug aus der Zusammenfassung des Reviews

Als negative Wirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Insekten wurden in Studien beschrieben: Einschränkungen des Orientierungssinns, reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit und Fruchtbarkeit, Lethargie, Veränderungen der Flugdynamik, Misserfolg in der Nahrungssuche, reduzierte Reaktionsgeschwindigkeiten, Fluchtverhalten, Störung der circadianen Rhythmik, Blockierung der Atmungskette und Schädigung der Mitochondrien, Fehlaktivierungen im Immunsystem, erhöhte Anzahl von DNA-Strangbrüchen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass elektromagnetische Felder einen ernstzunehmenden Einfluss auf die Vitalität von Insektenpopulationen haben könnten. Festgestellt wurde in einigen Experimenten, dass trotz geringen Belastungen durch Sendeanlagen nach mehreren Monaten schädliche Auswirkungen eintraten. Feldstärken bereits 100-fach unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte könnten schon Auswirkungen haben.

Brennpunkt „Heftige Debatte um die Insektenstudie“
https://www.diagnose-funk.org/1631

Review „Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten“
https://www.diagnose-funk.org/1607

Quelle: diagnose:funk

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