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Kuckuck ermogelt Futter mit Farbtrick

Archivmeldung vom 02.05.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.05.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Michael Dahlke
Kuckuck
Kuckuck

Der Kuckuck genießt nicht eben den besten Ruf: Als Fremdling wird er in ein fremdes Nest geworfen und beseitigt dort die Konkurrenz. Wie Forscher jetzt herausfanden, narrt eine Kuckucksart die Pflegeeltern sogar mit einer optischen Täuschung. Berichtet der Spiegel

Brutparasiten wie der Kuckuck sind in der Kinderstube nicht eben zimperlich. Wenn sie im fremden Nest geschlüpft sind, werfen sie die Eier und die bereits geschlüpften anderen Vögel einfach heraus - und sichern sich so die ungeteilte Aufmerksamkeit der Pflegeeltern. Dadurch bekommen sie aber auch weniger Futter, denn weit geöffnete Schnäbel oder lautes Piepsen regen die Eltern dazu an, Futter zu verteilen. Gibt es aber nur einen Schnabel, kommt auch weniger Essbares ins Nest.

Während der in Europa heimische Kuckuck (Cuculus canorus) mit lautem Piepsen mehr Futter einfordert, benutzt der in Südostasien lebenden Fluchtkuckuck (Cuculus fugax) einen optischen Trick: Er zeigt den Eltern die Unterseite seines Flügels, wo die Federn wie der Schnabel gelb gefärbt sind.

Schlagen die Kuckuckskinder mit den Flügeln, täuschen sie so mehrere Schnäbel vor, die gefüttert werden müssen - und bekommen mehr Nahrung, schreiben Keita Tanaka und Keisuke Ueda von der Rikkyo-Universität in Tokio in der Fachzeitschrift "Science" (Bd. 308, S. 653). Die Elterntiere hätten versucht, die Nahrung in den Farbfleck zu stecken. Als die Forscher die gelbe Stelle schwarz übermalten, erhielt das Kuckucksjunge wesentlich weniger Nahrung von seinen Pflegeeltern.

Der Farbfleck auf dem Flügel sieht zwar einem aufgesperrten Flügel nicht ähnlich. Da es aber im Innern des Nestes dunkel ist, können die Elterntiere wahrscheinlich nicht zwischen einem hungrigen Schnabel und einer flatternden gelben Flügelunterseite unterscheiden, vermuten die Wissenschaftler.

Dieser visuelle Betteltrick sei vermutlich eine Anpassung an die Lebensweise der Wirtsarten des Fluchtkuckucks. Drei von ihnen nisten am Boden. Da hier die Gefahr groß ist, von Räubern gefressen zu werden, betteln weder die eigenen Jungen noch die des Kuckucks laut. Die optische Täuschung sei deshalb eine gute Möglichkeit, Eltern auf eine leise Art dazu zu bringen, mehr Futter zu verteilen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,354042,00.html

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