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Klein, aber oho: Neue Erkenntnisse zur Haltung von Kaninchen, Maus, Chinchilla & Co

Archivmeldung vom 16.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Zwergkaninchen Bild: WZF/Ulrike Schan
Zwergkaninchen Bild: WZF/Ulrike Schan

Kleine Tiere mit großen Ansprüchen: Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) weist auf die besonderen Bedürfnisse der 5,2 Millionen Kleinsäuger hin, die in deutschen Haushalten leben."Vor allem Zahnpflege und Ernährung, Auslauf und Beschäftigung sowie die richtige Vergesellschaftung haben einen wichtigen Einfluss auf das Tierwohl", mahnt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich.

Auch wenn die Kleintiere unterschiedliche Haltungsbedingungen brauchen - einige wichtige Regeln für eine tiergerechte Haltung gelten für alle. Da die Schneide- und Backenzähne bei Nagetieren und Kaninchen ständig nachwachsen, benötigen die kleinen Pflanzenfresser Futter, das für genügend Abrieb der Zähne sorgt. Dabei wirkt nicht etwa das Futter wie Schmirgelpapier, sondern das stetige Kauen fester Materialien schleift die Zähne ab. Werden die Zähne zu lang, kommt es zu schmerzhaften Mundhöhlenerkrankungen. Als angemessene Nahrung geben Tierhalter am besten einen großen Anteil an Raufutter, das auch wichtig ist für den Darm. Dazu zählen Heu, Stroh und getrocknetes Laub von geeigneten Pflanzen. Nagen ist für die Tiere auch eine beliebte Beschäftigung, die der Beruhigung und dem Stressabbau dient.

Kleinsäuger brauchen jede Menge Auslauf. Das hält sie schlank und beugt deformierten Knochen und Muskelschäden vor. Kleine Käfige als einzige Unterkunft haben auf jeden Fall ausgedient: Zum modernen Haltungssystem gehört ein Käfig als Heim, täglicher überwachter Auslauf in der Wohnung sowie gegebenenfalls zusätzliche Auslaufgehege, die der Handel sowohl für die Wohnung als auch für den Garten anbietet.

Der ZZF empfiehlt, das Kleinsäugergehege vielfältig zu gestalten. Nager sind Beutetiere und verstecken sich daher gern oder überblicken das Geschehen von einer erhöhten Position aus. Sie lieben stabile Sitzbretter zum Erklettern, Häuschen mit mehreren Eingängen und Tunnel. Wurzeln, Äste und Steine geben dem Gehege Struktur. Möglich ist auch eine Buddelkiste, gefüllt mit Sand oder Erde. Bei Hamster, Maus und Wüstenrennmaus ist ein stabil befestigtes Laufrad in ausreichender Größe ein zentrales Angebot für die nötige Bewegung. Ein Laufteller kann auch funktionieren, wenn das Tier dabei nicht zu stark in Schieflage gerät.

Die anspruchsvollen Nager brauchen viel Abwechslung, damit sie physisch und psychisch gesund bleiben. Spielzeuge sind sehr willkommen. Das können Hindernisse zum Überspringen sein, eine mit Stroh gefüllte Rolle oder ein Karton zum Erkunden. Bei Meerschweinchen und Hamster sollte sich allerdings nicht zu viel auf einmal verändern: Hier ist es am besten, immer nur einen Gegenstand neu ins Gehege zu geben.

Kleinsäuger sind gesellige Tiere. Bis auf wenige Ausnahmen - wie den Goldhamster und den chinesischen Streifenhamster - sollten sie deshalb nicht einzeln gehalten werden. Verschiedene Arten gemeinsam in einem Gehege zu halten, ist jedoch nicht zu empfehlen. Wichtig für die Tiere ist auch die Aufmerksamkeit ihres Halters: Nur wenn Tierfreunde sich regelmäßig mit ihren tierischen Freunden befassen, fallen ihnen körperliche Veränderungen oder Verhaltensänderungen wie Fressunlust auf.

Mit nachtaktiven Tieren wie Hamster und Chinchilla können sich die Tierhalter am besten am späten Nachmittag oder Abend beschäftigen. Streicheleinheiten sind dabei nicht bei allen Kleinsäugern beliebt: Meerschweinchen werden zum Beispiel nicht so gerne angefasst und auch Chinchilla, Hamster und Degu möchten nicht ständig berührt werden.

Der ZZF rät, sich vor der Anschaffung des Heimtieres umfassend zu informieren. Die Zoofachhändler sind die kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen rund um die richtige Haltung und stehen bei der Auswahl des Tieres helfend zu Seite.

Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) (ots)

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