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"Gemeinsam Boden gut machen": NABU vergibt Förderpreise an drei Biobetriebe

Archivmeldung vom 05.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Mittagspause für das Tierwohl auf dem Bauernhof
Mittagspause für das Tierwohl auf dem Bauernhof

Bild: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Drei Bio-Bäuerinnen und -bauern aus Bayern und Nordrhein-Westfalen sind heute, am Internationalen Tag des Bodens, für die vorbildliche Umstellung ihres landwirtschaftlichen Betriebs auf Ökolandbau ausgezeichnet worden. Sie bauen ihr Gemüse, Obst und Getreide nach Bio-Kriterien an, verzichten auf synthetische Pflanzenschutzmittel und halten höhere Standards bei der Tierhaltung ein.

Bereits im Februar haben sie im Rahmen des Projekts "Gemeinsam Boden gut machen" erste finanzielle Unterstützung für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft erhalten. Mit dem Projekt unterstützt der NABU jedes Jahr mehrere Betriebe, die finanziell oftmals herausfordernde Umstellung zu meistern.

Den angehenden Öko-Betrieben entstehen etwa erhebliche Kosten für Umbaumaßnahmen in Ställen. Zudem müssen die Betriebe eine zweijährige Umstellungsphase überbrücken, in der sie bereits nach Bio-Kriterien wirtschaften, aber noch keine Bio-Preise erzielen. "Wir fördern Bäuerinnen und Bauern, die naturverträglich und nachhaltig unsere Nahrungsmittel produzieren wollen. Diese Bio-Betriebe leisten einen wertvollen Beitrag für gesunde Böden, sauberes Grundwasser und den Klimaschutz. Damit sorgen sie für eine Landschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Seit Start des Projekts 2015 haben fast 70 Landwirtinnen und Landwirte ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt - eine Gesamtfläche von über 13.000 Hektar Land.

Unterstützt wird das Projekt seit vielen Jahren durch die Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) sowie durch Stiftungen und weitere Herstellern der Bio-Branche. Alnatura-Geschäftsführer Götz Rehn: "Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr zur Förderung des Bio-Landbaus beitragen können. Ermöglicht wird dieser Beitrag durch unsere Kundinnen und Kunden: Denn beim Kauf jedes Alnatura-Produkts, das mit dem Label 'Gemeinsam Boden gut machen' gekennzeichnet ist, fließt ein Cent in das Förderprojekt des NABU."

Hintergrund: EU-Agrarpolitik und Ökolandbau in Deutschland

Noch immer sind Landwirtinnen und Landwirte auf außerpolitische Unterstützung angewiesen, wenn sie ihren landwirtschaftlichen Beitrieb auf Ökolandbau umstellen wollen. Bislang bietet die europäische Agrarpolitik für sie keine ausreichenden finanziellen Anreize, wenn sie ihre Arbeitsweise umweltverträglich gestalten wollen. Stattdessen hat die EU-Agrarpolitik in der Vergangenheit dazu geführt, dass Wiesen und Feldern immer stärker bewirtschaftet werden.

Neben dem NABU empfiehlt auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) eine umfassende Ökologisierung der europäischen Agrarpolitik mit effektiven Agrarumweltmaßnahmen und eine tiefgreifende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa (GAP), die auf Ökosystemleistungen aufbaut und dem Erhalt der Biodiversität dient. Für eine naturverträglichere EU-Agrarpolitik setzt sich die Schirmherrin des Projekts "Gemeinsam Boden gut machen", Bundesumweltministerin Svenja Schulze, ein.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Trilogs, bei dem EU-Kommission, EU-Parlament und die Landwirtschaftsministerinnen und -minister über Ausgestaltung der GAP verhandeln, müssen nun die Ziele des Green Deals berücksichtigt werden. Sollten die Beschlüsse hinter dem zurückbleiben, was ökologisch notwendig ist, muss Deutschland mit seinem Strategieplan zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarpolitik richtungsweisend bei der Ausgestaltung der "Grünen Architektur" der Landwirtschaft vorangehen, um Boden, Gewässer und die Artenvielfalt zu schützen.

Wer ist förderfähig?

Bewerben kann sich jeder, der seinen landwirtschaftlichen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellen oder seinen Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitern möchte. Der Betrieb muss sich einem in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverband anschließen. Gefördert werden auch Betriebe, die am Hof Verarbeitung und Vermarktung betreiben. Bewerbungen werden ab dem 1. April 2021 angenommen. Ausführliche Informationen gibt es unter: www.nabu.de/gbgm

Die ausgezeichneten Preisträger im Überblick:

  • Gsuk-Sedlmaier GbR, Bayern - Ackerbau und Pensionspferde (Naturland)
  • Biohof Wiehenglück KG, Nordrhein-Westfalen - Schweinemast, Mutterkuhhaltung, Legehennen, Ackerbau und Biogas (Naturland und Bioland)
  • Lämmermann GbR, Bayern - Ackerbau und Rindermast (Bioland)


Quelle: NABU (ots)

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