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Kükentöten: Foodwatch wirft Aldi Verbrauchertäuschung vor und klagt

Archivmeldung vom 28.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung
Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Foodwatch wirft Aldi Verbrauchertäuschung beim Thema Kükentöten vor und hat Klage am Landgericht Essen eingereicht. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Die Nichtregierungsorganisation kritisiert demnach Werbung des Discounters, in der es unter anderem heißt: "Wir schaffen das Kükentöten ab."

Foodwatch moniert, dies sei irreführend, da sich das Versprechen lediglich auf die Schaleneier im Karton bezieht. Nicht berücksichtigt seien verarbeitete Eier beispielsweise in Kuchen, Nudeln oder Fertiggerichten. Im Zuge dieser Produktion würden weiter männliche Küken getötet.

Foodwatch will Aldi daher gerichtlich untersagen lassen, mit Sätzen wie "Wir schaffen das Kükentöten ab" oder "Ohne Kükentöten bei Aldi Nord" zu werben. Auf Anfrage der "NOZ" wollte sich Aldi unter Verweis auf das Verfahren nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Landgericht in Essen bestätigte den Eingang der Klage. Mit einer Entscheidung sei frühestens im kommenden Jahr zu rechnen, hieß es. Zuvor hatte Foodwatch bereits Lidl wegen vergleichbarer Werbung abgemahnt. In den Anzeigen hieß es, "Schluss mit Kükentöten". Lidl hat diese Art der Werbung mittlerweile gestoppt.

Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken der Legehennen-Linien direkt nach dem Schlupf vergast. Ihre Aufzucht lohnt sich nicht. Im September hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die Praxis ab 2022 verboten werden soll. Das Ministerium teilte zuletzt auf Anfrage der AfD mit, man befände sich "nach wie vor mit der Branche im Gespräch, um eine Branchenvereinbarung mit einer Verpflichtung zu kükentötenfreien Lieferketten zu erreichen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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