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Internationale Studie: Ursache für Eisbildung in der Antarktis gefunden

Freigeschaltet am 25.11.2021 um 07:00 durch Anja Schmitt
Eis und Felsaufschluss in der Antarktis
Eis und Felsaufschluss in der Antarktis

Foto: K. Fleming, GFZ

Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Australien, Deutschland und Norwegen haben herausgefunden, wie sich das Eis der Antarktis gebildet hat. Der entsprechende Artikel wurde in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "SNA News" schreibt weiter: "Durch die Kombination geologischer und paläoklimatologischer Daten erstellten demnach die Wissenschaftler ein Modell der Entwicklung der Ozeandynamik. Die Ergebnisse zeigen, dass eine tektonische Verschiebung vor 34 Millionen Jahren zu einer grundlegenden Neuordnung der Strömungen im Südlichen Ozean führte, was eine starke Abkühlung der antarktischen Region zur Folge hatte.

Die letzten Landbrücken, die die Antarktis mit den umliegenden Kontinenten Australien und Südamerika verbanden, brachen vor etwa 34 Millionen Jahren ab, als tektonische Bewegungen den Polarkontinent von anderen Landmassen isolierten. Aber warum die Antarktis viel kälter wurde und die Eisdecke zu wachsen begann, darauf hatten die Wissenschaftler bisher keine klare Antwort.

Hochauflösende Modelle der Ozeanzirkulation, die von den Forschern erstellt wurden, haben gezeigt, dass die Vertiefung des südlichen Ozeans um mehrere hundert Meter, die vor 34 Millionen Jahren stattfand, die Ursache sein könnte. Dies führte zu einer dramatischen Abkühlung des Oberflächenwassers und zur Bildung einer zirkumpolaren Strömung um die Antarktis, die verhinderte, dass subpolare Zirkulationen warmes Oberflächenwasser an die Küste des Kontinents brachten.

Zusammen mit dem Rückgang der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration zu dieser Zeit spielten tektonische Ereignisse eine entscheidende Rolle für die erste Vergletscherung der Antarktis und den globalen Klimawandel, so die Autoren. Infolgedessen bildeten sich nicht nur in der Antarktis, sondern auch in anderen Teilen der Erde Eisschilde, und es kam zu einer Eiszeit.

Wissenschaftler haben schon früher versucht, die Rolle der Vertiefung der zirkumpolaren Schifffahrtswege bei der Bildung der antarktischen Eisschilde im Vergleich zur Verringerung der atmosphärischen Treibhausgase zu bewerten, aber es hat sich gezeigt, dass die beiden Faktoren eng miteinander verbunden sind.

„In dieser Arbeit zeigen wir, dass es für eine erfolgreiche Modellierung eines sich verändernden Klimas entscheidend ist, sowohl die atmosphärischen Bedingungen als auch relevante geografische Daten aus der Vergangenheit zu berücksichtigen“, wird Dr. Katharina Hochmuth, eine Forscherin des Internationalen Ozeanforschungsprogramms (IODP) und eine der Autorinnen der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität Leicester in Großbritannien zitiert. „Eine Veränderung der Tiefe der Meerengen um 600 Meter könnte zu einem drastischen Rückgang der Küstentemperaturen und damit zur Bildung von antarktischen Eisschilden geführt haben.“

Die Autoren glauben, dass es ihnen gelungen ist, die seit langem gestellte Frage nach der Entstehung des Eises in der Antarktis zu beantworten, indem sie ihre Modellierung noch detaillierter gestaltet haben.

Die Forscher argumentieren, dass die globalen Klimamodelle, die Experten derzeit zur Vorhersage des Klimawandels auf der Erde verwenden, entsprechend angepasst werden sollten."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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