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SOKO Tierschutz fordert Rücktritt von Minister nach neuem Schlachthof Skandal in Baden - Württemberg

Archivmeldung vom 25.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "obs/SOKO Tierschutz e.V./Copyright SOKO Tierschutz"
Bild: "obs/SOKO Tierschutz e.V./Copyright SOKO Tierschutz"

Die Tierschutzorganisation schlägt Alarm. Der Tierschutz und speziell die Betäubung der Tiere in Baden - Württembergs Schlachthöfen ist katastrophal. Nach dem Schlachthof Gärtringen, der nach SOKO Tierschutz Ermittlungen im September geschlossen werden musste, zeigt sich nun, dass sich nichts geändert hat. Im Schlachthof Biberach, einem Familienbetrieb und Metzgerschlachthof dokumentiert Bildmaterial von sechs Schlachttagen rechtswidrige Gewalt, mangelhafte Betäubung, schrottreife Technik und ein Personal, dass maximales Desinteresse zeigt.

Die Aufnahmen wurden im Zeitraum vom 05. Oktober 2020 bis 16. November 2020 an den jeweils zwei Schlachttagen der Woche aufgenommen und zeigen etwa 1.500 Schweine und 75 Rinderschlachtungen. Bei den Rinderschlachtungen prägt technisches Versagen, Überforderung und Inkompetenz das leidvolle Bild von Tieren, die fast ausnahmelos mehrfache Schussversuche ertragen müssen und ohne ausreichende Fixierung minutenlang Widerstand leisten können. Das Bolzenschussgerät versagt am laufenden Band. Das gesetzlich vorgeschriebene Ersatzgerät fehlt offenbar. Die Folge sind Rinder, die Angst und Panik in der Tötungsbox durchleben und die augenscheinlich nicht ausreichend betäubt sind. Von Nachbetäuben oder Eingreifen der teils anwesenden, amtlichen Veterinärin und Kontrolle der Betäubungssicherheit fehlt jede Spur. Manche Tiere sind mit abgetrockneten Kotklumpen bedeckt, ein Zustand der nicht zulässig ist und auf sehr schlechte Haltungsbedingungen in den Bauernhöfen hinweist. Beim Zutrieb setzen die Schlachter routiniert und rechtswidrig Elektroschocker ein. Kaum ein Tier geht einen Meter ohne Stromstoß.Das mündet in einer besonders erschreckenden Szene, bei der ein Rind nach längeren Treibversuchen unter einem extremen Schmerzensschrei scheinbar leblos in der Tötungsbox zusammenbricht. Das Tier wird in Folge pro forma am Boden liegend geschossen und in die Verarbeitung gegeben. Bei einem anderen Rind, werden bereits kurz nach der Betäubung die Vorderläufe abgetrennt. Ein Vorgang, der schreckliche Konsequenzen haben kann und nicht zulässig ist.

Bei den Schweinen kommt es regelmäßig zu mutmaßlichen Fehlbetäubungen. Aus der klaffenden Halswunde blutende Tiere leisten Widerstand, zeigen koordinierte Bewegungen, bis zu 30 Atemzüge und wehren sich so massiv, dass ein Tier beinahe versehentlich ins Brühbad stürzt. Dabei sind bereits drei Atemzüge ein Verdacht auf eine Fehlbetäubung und sollten Gegenmaßnahmen einleiten. Die einzige dokumentierte Nachbetäubung findet nach mehr als 10 Minuten ebenfalls kurz vor dem Brühbad statt.

Trotz der zahlreichen Hinweise auf ein Versagen der Betäubung und ein Wiedererwachen der Tiere findet die vorgeschriebene Kontrolle der Betäubung bei nur einer von ca. 1.500 Schweineschlachtungen statt. Schlachter beginnen völlig routiniert mit unzulässigen Eingriffen an den noch lebenden, betäubten Tieren und durchtrennen Sehnen. Bei großen Zuchtsauen vor dem Brühbad werden die Vorderbeine abgeschnitten. Die amtliche Veterinärin glänzt durch weitgehende Abwesenheit. Auch bei einer Schafschlachtung kommt es zu einem Vorfall, bei der ein Schaf offensichtlich bei Bewusstsein ist, den Kopf hebt, die Ohren bewegt und dann das Aufschlitzen erleben muss.

Im sogenannten Schlachthof Monitoring des Landes Baden - Württemberg , dass von Minister Hauk stolz als ohne nennenswerte Beanstandungen bekannt gegeben wurde und sich später als eine Liste des Grauens quer durch die Schlachtbranche des Landes entpuppte, sind diese Zustände bereits wohl dokumentiert. In den Betrieben wird falsch betäubt, Tiere erwachen unter Höllenschmerzen, schrottreife Technik versagt und verlängert Leiden. Das unfähige, überforderte Personal und befangene, amtliche Kontrolleure runden das Bild einer Schlachtung aus Tierqual und Chaos ab.

"Das zeigt, dass Minister Hauk die Lage alles andere als im Griff hat und nicht bereit ist die Tiere vor der heimischen Schlachtbranche zu schützen. Er verhinderte im Fall des nach SOKO Aufdeckungen im September geschlossenen Schlachthofes Gärtringen entscheidende Tierschutz Maßnahmen, belog die Öffentlichkeit über die Probleme in den Betrieben, hangelt sich seit Monaten von einem Tierschutzskandal zum nächsten und steht jetzt erneut vor dem nächsten Schlachthof außer Kontrolle. SOKO Tierschutz fordert Herrn Minister Hauk darum zum Rücktritt auf. Das Politik Versagen beim Tierschutz der grün - schwarzen Koalition in Baden - Württemberg hat Höllenqualen für zehntausende Tiere zu verantworten. Damit muss endlich Schluss sein .

SOKO Tierschutz e.V. hat Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt und das Beweismaterial wurde den Behörden bereits übergeben. SOKO Tierschutz deckte in den letzten Jahren 10 Schlachtbetriebe in fünf Bundesländern auf, von denen sieben geschlossen werden mussten.

Quelle: SOKO Tierschutz e.V. (ots)

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