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Artenschutz: „Unser natürliches Kapital erhalten und mehren“

Archivmeldung vom 26.02.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.02.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Auf der Naturerbefläche Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt ist es der DBU und ihrer Naturerbe-Tochter gelungen, unter anderem auch den Wiedehopf wieder anzusiedeln. Quelle: © piclease/Glader, Hans (idw)
Auf der Naturerbefläche Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt ist es der DBU und ihrer Naturerbe-Tochter gelungen, unter anderem auch den Wiedehopf wieder anzusiedeln. Quelle: © piclease/Glader, Hans (idw)

„Wir stehen als führende Industrienation in der Welt in einer besonderen Pflicht, eine herausragende Rolle im Artenschutz zu übernehmen. Gerade Deutschland kann zeigen, dass die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt, gleichzeitig aber auch die Natur für zukünftige Generationen in ihrer Ursprünglichkeit bewahrt werden kann.“ – Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Geschäftsführer der Naturerbe GmbH als gemeinnützige DBU-Tochter, fordert zum „Internationalen Tag des Artenschutzes“ am 3. März forcierte Anstrengungen auf diesem Gebiet.

Bottermann: „Wir müssen weiter beherzt daran arbeiten, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, unter ihnen wie auch die der Ökosysteme zu erhalten und zu fördern.“

Die DBU und ihre Naturschutztochter seien ausdrücklich bestrebt, ihren Beitrag dazu zu leisten. Mit der Übernahme von rund 60.000 Hektar größtenteils ehemaliger Militärflächen in neun Bundesländern aus Bundeseigentum sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, naturnahe Wälder ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste in naturnahe Wälder überführt und Feuchtbiotope ökologisch aufgewertet und erhalten werden.

Erste Erfolge könne die junge Naturschutztochter bereits vorweisen, betonte Bottermann. So habe eine Kartierung auf der 1.894 Hektar großen DBU-Fläche Prora auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt, dass eine konsequente Naturschutzstrategie positiven Einfluss auf die Verbreitung seltener Arten haben könne. So seien 2014 im Zuge einer Revierkartierung 60 seltene Brutvogelarten nachgewiesen worden. 28 davon stünden auf der Vorwarnliste oder der Roten-Liste-Deutschlands, 14 würden nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützt. Dazu gehörten zum Beispiel die in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedrohte Rohrdommel und der bundesweit stark gefährdete Wachtelkönig.

Auf der 2.102 Hektar großen Naturerbefläche Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt – einem bundesweit herausragenden Refugium für bestandsbedrohte Lebensräume sowie Tier- und Pflanzengemeinschaften – sei es gelungen, unter anderem den Wiedehopf wieder anzusiedeln. In einem deutschlandweit beachteten Beweidungsprojekt übernähmen dort auf 800 Hektar Heckrinder und Konik-Pferde die Aufgabe, Verbuschung und Verbrachung zurückzudrängen. Bottermann: „Das ist zwingend und unumgänglich, wenn seltene Offenlandlebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten erhalten werden sollen. Das arten- und blütenreiche Offenland bietet nun ein reiches Vorkommen an charakteristischen Tier- und Pflanzenarten.“ Ziegenmelker, Wendehals, Heidelerche, Neuntöter oder Schwarzkehlchen hätten sich seit Projektbeginn 2005 stark vermehrt. Die auch auf europäischer Ebene bedeutsamen großflächigen Lebensräume „Basenreiche Sandrasen“, „Trockene europäische Heiden“ sowie „Silbergraspionierflure auf Binnendünen“ hätten erhalten und erweitert werden können.

Das seien, betonte Bottermann, erste Schritte „in eine wichtige Richtung“, um der DBU-Rolle als Treuhänder für den Naturschutz gerecht zu werden. Und natürlich sei „diese gigantische Aufgabe nicht im Handstreich zu erledigen“. Aber die Biodiversität sei nun einmal „unser natürliches Kapital“, für das es alle Anstrengungen zu unternehmen lohne, „es zu erhalten und zu mehren“.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (idw)

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