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Todesserie bei Zirkuselefanten geht weiter

Archivmeldung vom 22.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Im Zirkus verbringen Elefanten einen Großteil ihre Lebens an der Kette. Bild: VIER PFOTEN
Im Zirkus verbringen Elefanten einen Großteil ihre Lebens an der Kette. Bild: VIER PFOTEN

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde der afrikanische Elefantenbulle Rambo bereits im Juli im Zirkus Atlas eingeschläfert. Damit geht die erschreckende Todesserie unter deutschen Zirkuselefanten weiter, offiziell sind allein in diesem Jahr fünf Dickhäuter gestorben. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN befürchtet das bald weitere Elefanten folgen und appelliert an die zuständige Verbraucherministerin Ilse Aigner, endlich die politischen Weichen für ein umfassendes Wildtierverbot zu stellen.

Nach ersten Informationen musste der Elefantenbulle Rambo im Juli im Alter von nur 29 Jahren eingeschläfert werden. Unter natürlichen Bedingungen werden Elefanten dagegen bis zu 60 Jahre alt. Angaben über die Todesursache liegen nicht vor. Damit steigt die Zahl der Elefantenverluste auf fünf in nur einem halben Jahr. Vorangegangen waren zwei tote Tiere beim Marktführer Circus Krone sowie jeweils ein Tier bei den Zirkussen Universal Renz und Circus Voyage. Neben schweren psychischen und physischen Schäden leiden alle Zirkuselefanten an fehlenden Sozialstrukturen, denn arttypische Familiengruppen gibt es in Zirkussen nicht. Rambo wurde ganz ohne Artgenossen gehalten, hatte ein deformiertes Bein, zeigte Stereotypien und war extrem kleinwüchsig. Bei der üblichen Kettenhaltung oder in winzigen Gehegen können Elefanten ihren natürlichen Fortbewegungsdrang nicht ausleben.

„Jeder tote Zirkuselefant hatte ein trauriges Einzelschicksal, doch eines haben sie gemeinsam: Alle Tiere sind weit vor ihrer natürlichen Lebenserwartung verstorben“, erklärt Wildtierexperte Thomas Pietsch von VIER PFOTEN. „Um Zirkustiere vor dauerhaftem Leiden und einem frühen Tod und zu bewahren, muss Frau Aigner umgehend handeln und Wildtiere in Zirkussen verbieten“, fordert Pietsch. Dieser Forderung schließen sich auch die Mehrheit der Bundesbürger, die deutsche Tierärztekammer und nicht zuletzt unzählige Experten an. 14 europäische Länder haben die Haltung von Wildtieren in Zirkussen bereits eingeschränkt oder verboten.

Quelle: VIER PFOTEN

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