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Erfolgreiche Bergung großer Geisternetze vor Rügen

Archivmeldung vom 04.08.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.08.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Geborgene Geisternetze werden an Bord der "Goor II" gehoben.  Bild: "obs/Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V./Christian Till"
Geborgene Geisternetze werden an Bord der "Goor II" gehoben. Bild: "obs/Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V./Christian Till"

Das ist die stolze Bilanz von zwei Tauchtagen einer gemeinsamen Aktion der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), der Tauchbasis Prora und ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Geleitet wurde die großangelegte Bergungsaktion von der Diplom-Biologin Verena Platt-Till (GRD) und Wolfgang Frank, Tauchbasenleiter der Tauchbasis Prora.

Mit Hilfe des Krans des Forschungsschiffes "Goor II", der UWA-Logistik GmbH, konnten fünf schwere Netze aus Tiefen zwischen 15 und 26 Metern vom Grund der Ostsee gehoben und zum Hafen von Glowe transportiert werden. Der logistisch sehr aufwendige Taucheinsatz für den Erhalt der marinen Artenvielfalt in der Ostsee wurde durch Mittel der Deutschen Postcode Lotterie und des Reiseportals Ostsee24.de ermöglicht und stand unter dem Motto "FÜR MEER LEBEN".

Sogar ein Ostsee-Fischer machte mit

Sporttaucher von der Insel Rügen, aus dem Raum Hannover, aus Rostock, Bootsführer der Region, sogar ein Ostsee-Fischer schlossen sich der Aktion an. So kam ein großartiges Team von 22 engagierten Naturschützern zusammen. Alle spendeten Zeit und Expertise, um an den beiden Tauchtagen möglichst viele Geisternetze zu bergen.

"Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass so viele Ehrenamtliche bei der anstrengenden und nicht ungefährlichen Aktion mitgemacht haben. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Viele Menschen wollen helfen, selbst Hand anlegen und Gutes für unsere Umwelt tun", freut sich Verena Platt-Till.

Viele Geisternetze rund um Rügen

Rund um Rügen liegen schätzungsweise 1200 Schiffswracks. Viele von ihnen sind mit Geisternetzen behangen. Zusätzlich vermüllen auf dem Meeresboden liegende herrenlose Fischernetze die Ostsee mit Plastikmüll. Jedes Einzelne ist ein todbringender Gefahrenherd für Meerestiere und das viele Jahrzehnte lang, wenn es nicht geborgen wird.

Nach vorangegangenen Erkundungstauchgängen hatte Wolfgang Frank im Vorfeld neun Positionen ausgewählt. Dazu zählten u.a. das Seegebiet auf Höhe des Steins "Klein-Helgoland", "Kollicker Ort" - außerhalb des Nationalparks Jasmund - und das Schiffswrack SAS 33, der 1984 gesunkene Fischkutter "Sturmvogel". Dieses Wrack liegt vor der Sassnitzer Kreideküste in ca. 17 m Tiefe auf sandigem Grund.

Harte Arbeit unter Wasser

Das Team schaffte sieben der neun angepeilten Positionen und holte dabei ca. zwei Tonnen Geisternetze unterschiedlichen Materials und Größe, diversen Metallschrott, Ketten und anderen Meeresmüll aus dem Wasser. "Trotz relativ geringer Tauchtiefen, war es an einigen Stellen sehr anspruchsvoll, die Netze mit Liftbags an die Meeresoberfläche zu bekommen. Bei manchen lagen große Teile tief im Meeresgrund vergraben. Das kostete dann viel Kraft und wertvolle Zeit", beschreibt Wolfgang Frank die harte Arbeit unter Wasser.

"Wegen der aktuellen Algenblüte in der Ostsee hatten wir zudem schlechte Sicht. Vor zusätzliche Herausforderungen stellte mich das Aufwirbeln des dunklen Sediments beim Handling der Netze. Plötzlich wurde es einem da ganz schwarz vor Augen, man sah praktisch nichts mehr", verdeutlicht Verena Platt-Till die teilweise recht harschen Bedingungen.

Weitere Bergungsaktionen sollen folgen

Das gesamte Team ist stolz und sehr zufrieden. "Es war eine insgesamt sehr erfolgreiche Aktion mit einem großartigen Team an Taucherinnen und Tauchern und der Bootscrew. Alles hat reibungslos funktioniert, obwohl wir zum ersten Mal in dieser Formation zusammen arbeiteten. Wir werden die Aktion bald wiederholen und dann sind wir eingespielter", betont Wolfgang Frank. Denn es gibt noch genug zu tun. Gemeinsames Ziel von GRD und Wolfgang Frank ist es, die Ostsee rund um Rügen von möglichst vielen Geisternetzen zu befreien.

Quelle: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (ots)

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