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Argentinisches Gericht ordnet Freilassung von Orang-Utan-Dame Sandra an

Archivmeldung vom 23.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Unschuldig eingesperrt: Menschenaffen in Zoos. Bild: © PETA
Unschuldig eingesperrt: Menschenaffen in Zoos. Bild: © PETA

Freiheit für Menschenaffen: Ein Gericht in Buenos Aires urteilte am vergangenen Freitag, dass Orang-Utan Sandra elementare Rechte als nicht-menschliches Individuum zustehen. Derzeit wird die Affendame im Zoologischen Garten der argentinischen Hauptstadt gehalten. Sofern der Zoo nicht innerhalb von zehn Tagen Widerspruch einlegt, darf sie in ein naturnahes Schutzgebiet in Brasilien umziehen und dort mit Artgenossen leben.

Sandra wurde 1986 im Zoo Rostock geboren und musste dort bis zu ihrer Verlegung nach Buenos Aires im Jahr 1994 unter mangelhaften Bedingungen leben. PETA Deutschland e.V. sieht in dem Urteil einen Meilenstein für die Durchsetzung der Rechte von Tieren, die ihr Leben in zoologischen Einrichtungen fristen müssen. Die Tierrechtsorganisation wendet sich nun an die Bundesregierung mit der Forderung, die Haltung der nächsten Verwandten des Menschen in deutschen Zoos zu verbieten. Als erster Schritt muss unverzüglich ein Nachzucht- und Importverbot für Menschenaffen erlassen werden, damit die Gefangenhaltung mittelfristig ausläuft.

„Menschenaffen leiden und fühlen wie Menschen. Die intelligenten Tiere in Zoos einzusperren ist ein Verbrechen“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Auch das Argument des Artenschutzes zählt nicht: Es ist unmöglich, in Gefangenschaft geborene Orang-Utans, Schimpansen oder Gorillas auszuwildern. Sie werden nur eingesperrt, um Besucher anzuziehen.“

Die Argentinische Anwaltsvereinigung für Tierrechte (AFADA) hatte im November 2014 gegen Sandras Gefangenschaft Klage eingereicht, laut der sie unter dem ungerechtfertigten Eingesperrtsein emotional leide. Renommierten Primatologen wie Professor Dr. Volker Sommer zufolge sind Menschenaffen dem Menschen derart ähnlich, dass sie die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen. Dabei können die intelligenten Tiere laut Sommer durchaus Zustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben.

Orang-Utans sind in den tropischen Wäldern von Sumatra und Borneo heimisch und leben dort überwiegend solitär. Artenschutzorganisationen in Indonesien könnten allein mit einem Bruchteil der finanziellen Mittel, die deutschen Zoos für die nutzlose Haltung und Zucht von Orang-Utans zur Verfügung stehen, die letzten natürlichen Lebensräume der Tiere schützen. Auf Sumatra und in Borneo werden jedoch die wenigen noch frei lebenden Menschenaffen für ein paar Dollar verdrängt und getötet, weil kein Geld für nachhaltigen Schutz vorhanden ist. PETA fordert, die mit einem Haltungsverbot in Deutschland frei werdenden Zoo-Subventionen in den Schutz der Lebensräume der Orang-Utans zu investieren.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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