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Studie: Nordpolarmeer setzt klimaschädliche Gase frei

Archivmeldung vom 05.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: premiumpresse
Bild: premiumpresse

Aus dem Meeresboden im Nordpolarmeer strömt einer neuen Studie zufolge weitaus mehr klimaschädliches Methangas als bislang angenommen. Die freigesetzten Mengen an Methangas seien so groß, dass sie die Erderwärmung deutlich beschleunigen könnten, heißt es in der im US-Magazin "Science" veröffentlichten Studie der University of Alaska in Fairbanks.

Das arktische Meerwasser in Bodennähe enthalte acht Mal mehr Methangasteilchen als normales Meerwasser, schreiben die Studienautoren Natalia Shakhova und Igor Semiletov. "Eine Ausbreitung der Emissionen könnte dramatische Auswirkungen auf die Erderwärmung haben", schreiben sie.

Für die Studie untersuchte ein Wissenschaftlerteam zwischen 2003 und 2008 das Ostsibirische Arktisschelf, eine rund zwei Millionen Quadratkilometer große Meeresregion zwischen Alaska und Sibirien. Frühere Studien hatten nachgewiesen, dass in Sibirien aus tauenden Permafrost-Böden an Land zunehmend Methangas freigesetzt wird. Die neue Studie entdeckte den Autoren zufolge den arktischen Meeresgrund als "große, bislang aber weitgehend übersehene Quelle von Methangas".

Forscher gingen bislang davon aus, dass der Permafrost unter dem Meeresboden das Methangas binde. Die Wissenschaftler beobachteten nun, wie der untermeerische Permafrost mancherorts bricht und große Mengen Methangas in die Atmosphäre entlässt. Die Forscher warnten vor einer Kettenreaktion: Das Methangas könnte die Erderwärmung beschleunigen. Wärmere Temperaturen könnten den Permafrost-Boden dann weiter auftauen lassen und noch mehr Methangas freisetzen.

Quelle: premiumpresse

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