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ROBIN WOOD sammelt Einwendungen gegen Plan zur Stilllegung des Atommüll-Lagers Morsleben

Archivmeldung vom 29.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Jetzt Einwendungen sammeln! Bild: ROBIN WOOD
Jetzt Einwendungen sammeln! Bild: ROBIN WOOD

ROBIN WOOD hält die Pläne des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), das Endlager Morsleben samt dem darin lagernden Atommüll zu verschließen, für inakzeptabel. ROBIN WOOD fordert das Umweltministerium von Sachsen-Anhalt auf, den entsprechenden Antrag des BfS nicht zu genehmigen. An die BürgerInnen appelliert die Umweltorganisation, massenhaft Einwendungen gegen die Stilllegungspläne zu erheben. Berechtigt dazu ist jedermann, unabhängig vom Wohnort.

Die Planunterlagen liegen noch bis zum 21. Dezember 2009 in Magdeburg, Erxleben und Helmstedt öffentlich aus und können auch auf der Homepage des BfS eingesehen werden. Einwendungslisten können unter http://www.robinwood.de/morsleben/ herunter geladen werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat beantragt, das Endlager in Morsleben, in dem rund 37.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll lagern, größtenteils mit Salzbeton zu verfüllen. Auf diese Weise soll es nach Ansicht des Amtes möglich sein, den Strahlenmüll für eine Million Jahre sicher von der Umwelt abzuschließen.

Das ehemalige Bergwerk bei Helmstedt ist einsturzgefährdet. Seit Jahren dringt Wasser in den Salzstock ein. Das BfS behauptet, die unzureichenden geologischen Voraussetzungen – wie Grundwasserkontakt, Wasserwegsamkeiten und ein fehlendes geschlossenes Deckgebirge – durch Baumaßnahmen ersetzen zu können. „Der Standort Morsleben ist als Atommüll-Lager ungeeignet. Ein Endlager hätte dort nie genehmigt werden dürfen. Dieser Fehler lässt sich mit technischen Maßnahmen nicht wieder wettmachen“, sagt Christina Albrecht, ROBIN WOOD-Aktivistin und Koordinatorin der von mehreren Initiativen gemeinsam getragenen Morsleben-Kampagne.

„Wenn Schule macht, was das BfS vorhat, wäre in Deutschland künftig jeder Ort für die Lagerung von Atommüll geeignet – unabhängig von seiner geologischen Beschaffenheit“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferent Dirk Seifert. „Die Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung von Atommüll würden auf unverantwortliche Weise reduziert.“

In dem Salzbergwerk in Morsleben wurden bis 1991 14.000 Kubikmeter Atommüll aus der ehemaligen DDR eingelagert. Wie auch im Atommüll-Lager Asse II wurde der Atommüll zum Teil ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen in die Salzkavernen abgekippt. Nach der Übernahme des Endlagers durch die Bundesrepublik wurde diese Praxis nicht gestoppt, obwohl die mangelnde Eignung des maroden Salzbergwerks bekannt war. Morsleben diente nun als billige Entsorgungsstätte für die westdeutsche Atomwirtschaft. Von 1994 bis 1998 wurden weitere 22.300 Kubikmeter leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle u.a. aus westdeutschen Atomreaktoren dort versenkt. Verantwortlich dafür zeichnete Angela Merkel. Sie hatte damals in ihrer Funktion als Bundesumweltministerin alle Sicherheitsbedenken aus den Behörden und von Gutachtern ignoriert und die weitere Einlagerung angeordnet. Erst die Gerichte stoppten dieses Vorgehen, weil es auch juristisch nicht haltbar war.

Mehrfach haben in Morsleben Deckeneinstürze stattgefunden, zuletzt im April 2009. Nach Angaben des BfS droht ein weiterer Einsturz, bei dem ein etwa 20.000 Tonnen schwerer Teil aus der Decke einer Kaverne abstürzen könnte. Das käme in der Umgebung von Morsleben einem Erdbeben gleich. 

Quelle: ROBIN WOOD

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