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Nomadenleben schützt Artenvielfalt - Studie zur Auswirkung des nomadischen Lebens in der Mongolei

Archivmeldung vom 21.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Zunehmend auch in Zentralasien ein seltenes Bild: Wanderhirten verlegen ihren Hausstand mehrfach im Jahr und nutzen so die jeweils besten Weidegründe Quelle: © Senckenberg (idw)
Zunehmend auch in Zentralasien ein seltenes Bild: Wanderhirten verlegen ihren Hausstand mehrfach im Jahr und nutzen so die jeweils besten Weidegründe Quelle: © Senckenberg (idw)

Wissenschaftler des Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz haben gemeinsam mit Kollegen der Universität Oxford das Nomadentum in der Mongolei in Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass die wandernde Lebensweise eine sinnvolle Anpassung an den Klimawandel ist und zum Schutz der Artenvielfalt beiträgt. Die Erkenntnisse sind Resultate eines wissenschaftlichen Workshops, der in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator stattfand.

Die Mongolei ist eines der am geringsten besiedelten Länder der Erde: Etwa 2,7 Millionen Menschen leben auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie Frankreich. Etwa ein Drittel der Menschen leben noch als Nomaden – doch jedes Jahr werden mehr Mongolen sesshaft und beenden ihre regelmäßigen Wanderungen.

„In Wüsten- und Wüstenrandgebieten wie in der Mongolei ist die Landnutzung besonders stark von den unregelmäßigen Niederschlägen abhängig; der Klimawandel kann dabei noch zu einer weiteren Zunahme von extremen Dürren führen“, erzählt PD Dr. Karsten Wesche vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und ergänzt: „Umso wichtiger ist es für die Menschen dort, flexible Landnutzungsstrategien zu verfolgen; mobile Viehhaltung war und ist hier oft die optimale Lösung.“

Wesche hat gemeinsam mit Kollegen der Universität Oxford und weiteren Partnern die nomadische Lebensweise unter die Lupe genommen. „Wir beleuchten das Thema Nomadentum aus unterschiedlichen Perspektiven: Aus dem Blickwinkel der Anpassung an den Klimawandel, dem Erhalt der Artenvielfalt, aber natürlich auch bezogen auf ökonomische und kulturelle Aspekte“, erläutert der Görlitzer Botaniker.

Das Sesshaftwerden führt lokal schon jetzt zur Überweidung und Degradation – der Verschlechterung bestimmter Weideland-Eigenschaften – in den mongolischen Weidegebieten. Dies gefährdet nicht nur die lokale Artenvielfalt und die Böden der Region, sondern auch die Lebens- und Nahrungsgrundlage großer Bevölkerungsgruppen.

Laut den Workshop-Ergebnissen ist eine mobile Lebensweise dagegen deutlich nachhaltiger – Ressourcen werden nur so weit genutzt, wie sie auch vorhanden sind. „Anschließend ziehen die Menschen weiter. Dies bietet den mongolischen Wanderhirten zudem eine gute Möglichkeit sich schnell auf Umweltveränderungen anzupassen“, schlussfolgert Wesche.

Quelle: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen (idw)

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