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Experte: Jede vierte der mehr als 6200 heimischen Großpilzarten ist gefährdet

Freigeschaltet am 14.09.2018 um 07:06 durch Andre Ott
In Pilzen (z.B. Hefen) ist das Mycosterin Ergosterin enthalten, welches sich bei ausreichender UV-Licht-Bestrahlung in biologisch aktives Ergocalciferol (Vitamin D2) umwandeln kann. Auch andere Pflanzen enthalten dies in Spuren.
In Pilzen (z.B. Hefen) ist das Mycosterin Ergosterin enthalten, welches sich bei ausreichender UV-Licht-Bestrahlung in biologisch aktives Ergocalciferol (Vitamin D2) umwandeln kann. Auch andere Pflanzen enthalten dies in Spuren.

Foto: Salix
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Jede vierte heimische Pilzart ist durch die intensive Land- und Forstwirtschaft gefährdet. Das sagte Marco Thines, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM), in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Konsumenten rief er auf, Pilze zu schonen und sie als Genussmittel und nicht als billiges Nahrungsmittel anzusehen. Pro Erwachsener und Tag sollte maximal ein Kilogramm gesammelt werden.

"Einige Pilze wie Pfifferlinge und Wiesenchampignons findet man deutlich weniger als noch vor 50 Jahren", betonte Thines. In landwirtschaftlich besonders intensiv genutzten Bundesländern wie zum Beispiel Niedersachsen sei das offene Grünland und damit auch der Pilzbestand auf naturnahen Wiesen um 90 Prozent innerhalb von nur 60 Jahren zurückgegangen. Eine deutlich geringere Pilzartenvielfalt gebe es auch in forstlich intensiv genutzten Wäldern, die alle 20 bis 30 Jahre durchgeforstet würden. Die Pilze bräuchten meist mehrere Jahrzehnte, um sich in einer veränderten Umgebung wieder zu etablieren. In Folge der zunehmenden Dürreperioden könnten Pilzarten, die kühle und feuchte Standorte bevorzugen, künftig von solchen verdrängt werden, die Trockenheit vertragen.

Pilze seien für den Erhalt vieler Insekten- und Käferarten äußerst wichtig, führte der Experte weiter aus. "Werden sie weniger, dezimiert das auch die Nahrung und den Lebensraum für Insekten", so Thines.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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