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Uran-Müll aus Gronau landet wieder in Russland

Archivmeldung vom 19.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Uranmetall
Uranmetall

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Zehn Jahre nach dem angeblichen Export-Stopp für hochgiftigen Uranmüll nach Russland landet offenbar wieder Atomabfall aus Deutschlands einziger Urananreicherungs-Anlage im münsterländischen Gronau in Russland. Wie die in Bielefeld erscheinende "Neue Westfälische" berichtet, hat das für die Atomaufsicht zuständige NRW-Ministerium bestätigt, dass Ende Juli ein Sonderzug mit 600 Tonnen Uranhexafluorid - das ist der Uranabfall, der bei der Anreicherung entsteht - Russland zum Ziel hatte.

Nach Medienberichten über rostige Behälter mit Uranhexafluorid in Rußland war der seit den 90er-Jahren übliche Transport des Uranabfalls aus Gronau nach Russland gestoppt worden - nach Auslaufen der Verträge 2009. Wieviel von dem Atommüll bereits wieder nach Russland exportiert worden ist und seit wann die Landesregierung davon weiß, will jetzt die Grünen-Fraktion im Düsseldorfer Landtag wissen. Der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Linke) hat eine ähnliche Anfrage an die Bundesregierung gestellt.

In der Anlage in Gronau wird Uran für die Herstellung von Brennstäben in Kernkraftwerken angereichert. Die Anlage wird von der Firma Urenco, einem deutsch-britisch-niederländsichen Gemeinschaftsunternehmen, seit 1985 betrieben. Die deutschen Anteile (ein Drittel) halten die Energiekonzerne RWE und Eon. Insidern zufolge verdienen die beiden Konzerne daran jährlich etwa 100 Millionen Euro. Kritiker werfen der Firma vor, sich durch die Billgexporte nach Russland der Pflicht zu einer sicheren Lagerung und Entsorgung des Uran-Mülls zu entledigen. Umweltinitiativen im Münsterland fordern seit langen die Stillegung der Anlage in Gronau.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)


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