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Tui-Chef fordert Wasserstoffproduktion mit Solarkraft in Nordafrika und ist gegen deutschen Atomausstieg

Archivmeldung vom 27.12.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.12.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Tanken mit Wasserstoff
Tanken mit Wasserstoff

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Fritz Joussen, Vorstandschef des Tourismuskonzerns Tui, plädiert dafür, mit Solaranlagen in Afrika Wasserstoff zum Betrieb deutscher Autos zu produzieren. Es sei auch sinnvoll, den deutschen Atomausstieg zu überprüfen, um konsequent gegen den Klimawandel vorzugehen.

Im Interview mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" sagte Joussen: "Wir müssen auf neue Technologien und vor allem auf globale Lösungen setzen, um den Klimawandel zu stoppen". Die "größte Chance" würde er für Wasserstoff sehen. "Erst wenn wir ihn mit Strom für unter zwei Cent pro Kilowattstunde erzeugen, wird Wasserstoff so günstig, dass er ohne Subvention Benzin oder Heizöl ersetzen kann."

Als Produktionsort wären Staaten in Nordafrika ideal. "Der Tourismus leistet in Ländern wie Tunesien, der Türkei, Ägypten oder Marokko einen wichtigen Beitrag bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Ebenso würden es die Länder sicher unterstützen, wenn sie ihren Sonnenreichtum auch für Technologie nutzen können, den Betrieb von Solaranlagen und dazugehörige Fabriken für Wasserstoff oder synthetisches Kerosin. Das sind Chancen für die Umwelt und für die Zusammenarbeit mit Afrika." Joussen, ein Ingenieur, hält einen schnellen Produktionsstart für denkbar: "Technisch ist dies möglich, wir reden nicht über unrealistische Visionen."

Zum deutschen Atomausstieg sagt er: "In Deutschland kann man zu Recht fragen, ob es nicht widersinnig ist, Kohlekraftwerke länger als nötig laufen zu lassen und gleichzeitig Kernkraftwerke früher als anfangs vorgesehen vom Netz zu nehmen. Ich weiß, dass diese Fragestellung nicht populär ist, aber die Diskussion muss erlaubt sein, wenn CO2 die größte Herausforderung ist."

Quelle: Rheinische Post (ots)


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