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Illegale Entwaldung und Landraub: Neuer Bericht von Deutsche Umwelthilfe und Repórter Brasil belegt dramatische Folgen des Sojaanbaus

Archivmeldung vom 29.11.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.11.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Sojabohnenfeld in Rio Grande do Sul (Brasilien), 2008 (Symbolbild)
Sojabohnenfeld in Rio Grande do Sul (Brasilien), 2008 (Symbolbild)

Foto: Tiago Fioreze
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Anlässlich des Anfang Dezember stattfindenden finalen Trilogs zur EU-Verordnung gegen Entwaldung veröffentlicht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit Repórter Brasil einen Bericht, der erneut die dramatischen Auswirkungen des Sojaanbaus auf den brasilianischen Cerrado belegt. Vor Ort wurden in den letzten zwei Jahrzehnten 4,2 Millionen Hektar bewaldete Fläche für den Sojaanbau zerstört - eine Fläche doppelt so groß wie Hessen. Das angebaute Soja landet als Eiweißfutter auch in der deutschen Massentierhaltung.

Trotz illegaler Entwaldung und Landraubs soll der Cerrado womöglich nicht in die EU-Verordnung aufgenommen werden. Grund dafür: Der Europäische Rat möchte sich mehrheitlich auf klassische Wälder wie den Amazonas-Regenwald beschränken. Damit würde ein Großteil der durch die EU verursachten Entwaldung jedoch außer Acht gelassen, so der Umweltschutzverband. Daher fordert die DUH die Bundesregierung auf, sich für die Aufnahme von Buschland und Trockenwäldern in die EU-Verordnung stark zu machen.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Der brasilianische Cerrado ist nicht nur die artenreichste Savanne der Welt. Mittlerweile zählt sie längst zu einem Hotspot für den Sojaanbau in Brasilien und wurde bereits zu großen Teilen zerstört. Und wofür? Für billiges Futtermittel und die deutsche Massentierhaltung. Sollten sich die Hardliner im EU-Rat durchsetzen, besteht die Gefahr, dass Soja aus Landraub und Entwaldung weiter zu uns gelangt. Damit das nicht passiert, muss die Bundesregierung jetzt ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen, denn wir dürfen diese historische Chance nicht verpassen. Wir fordern Steffi Lemke und Cem Özdemir daher auf: Setzen Sie sich beim EU-Rat für den Schutz dieser für den Klimaschutz und die Biodiversität unverzichtbaren Ökosysteme ein. Machen Sie sich stark - für eine wirkungsvolle EU-Verordnung."

Über 60 Prozent der durch Sojaimporte in die EU verursachten Entwaldung konzentrieren sich auf die Savanne Cerrado. Von der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen wird die Savanne nur zu geringen Teilen als Wald und zu über 70 Prozent als sogenanntes "other wooded land" eingestuft. Sollte sich der EU-Rat auf die Definition der FAO stützen, wären nur knapp 26 Prozent des Cerrado geschützt. Dadurch würden mit großer Wahrscheinlichkeit jährlich weitere 140.000 Hektar natürlicher Vegetation zerstört und in Agrarfläche umgewandelt.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (ots)

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