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Nach Skandal-Bildern: ALDI und Kaufland stoppen Fleisch-Abnahme von Leine-Fleisch aus Laatzen

Archivmeldung vom 22.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
(Symbolbild)
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Bild: Eigenes Werk /OTT

Gestern hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus dem Schweineschlachthof der Leine-Fleisch GmbH in Laatzen (bei Hannover) veröffentlicht. Das Videomaterial zeigt erneut Fälle von Tierquälerei und Verstößen gegen die Tierschutz-Schlachtverordnung in einem Schlachthof in Niedersachsen. Das vorliegende Material ist von Aktivisten vor wenigen Wochen durch versteckte Kameras aufgenommen worden und zeigt, wie eine Vielzahl von Schweinen verbotenerweise bis zu 40-mal mit Elektroschockern malträtiert und gequält werden, während sie keine Möglichkeit zur Bewegung haben.

 Das Deutsche Tierschutzbüro hat die Zustände bei der zuständigen Staatsanwaltschaft, dem zuständigen Veterinäramt und beim Ministerium in Hannover zur Anzeige gebracht. Auffällig ist, dass der Schlachthof augenscheinlich Videoüberwacht ist und somit bereits umgesetzt hat, was in Niedersachsen und bundesweit momentan diskutiert und von der Politik gefordert wird. Der Schlachthof ist ein Beweis dafür, dass auch eine selbstverpflichtende Überwachung von Schlachthöfen durch Videokameras keine funktionierende Lösung ist und Tierquälerei nicht verhindert. "Es ist erschütternd, dass das nun bundesweit der neunte und allein in Niedersachsen der dritte Schlachthof in kürzester Zeit ist, in dem Tierquälerei aufgedeckt wird. Deutschland hat ein eindeutiges Problem mit Schlachthäusern", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros e.V.

Der Schlachthof in Laatzen gilt in der Branche als Vorzeige-Betrieb und war bis gestern sogar biozertifiziert. "Wenn solche Zustände sogar in einem sogenannten Vorzeige-Betrieb herrschen, dann will man sich nicht vorstellen, wie es in einem "normalen" Schlachthof zugeht" kritisiert Peifer.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe haben nun auch wichtige Abnehmer reagiert und sich klar von Leine-Fleisch distanziert. Ab sofort beziehen die Firma Wurst Basar mit ihren knapp 30 Filialen, die Landfleischerei Hanke sowie die Handelsketten ALDI Süd, ALDI Nord und Kaufland kein Fleisch mehr direkt oder indirekt aus dem Skandal-Schlachthof und beenden die Lieferbeziehungen. "Wir begrüßten diese Schritte und sehen darin eine richtige und verantwortungsbewusste Konsequenz von den Abnehmern, von Leine-Fleisch selbst fordern wir eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe, solange sollten am besten gar keine Tiere mehr geschlachtet werden" so Peifer.

Das Deutsche Tierschutzbüro fordert nun auch die restlichen Handelspartner von Leine-Fleisch auf, die Zusammenarbeit zu beenden. "Für Tierquälerei darf kein Platz sein" so Peifer abschließend.

Weitere Informationen zur Recherche finden Sie unter: http://www.tierschutzbuero.de/realitaet-schlachthof/laatzen

Quelle: Deutsches Tierschutzbüro e.V. (ots)

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