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Kurzes Aufatmen am Ostseegrund: Sauerstoff im Tiefenwasser der zentralen Ostsee gemessen

Archivmeldung vom 07.08.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.08.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Abb. 1: Zentrale Ostsee im November 2013 – Situation vor dem Salzwassereinbruch.
Quelle: (IOW) (idw)
Abb. 1: Zentrale Ostsee im November 2013 – Situation vor dem Salzwassereinbruch. Quelle: (IOW) (idw)

Aktuelle Messdaten des IOW zeigen: Sauerstoffreiches Salzwasser aus der Nordsee hat das Gotland-Becken erreicht und verdrängt zum ersten Mal seit 2003 den Schwefelwasserstoff in den Tiefen der zentralen Ostsee.

Abb. 2: Zentrale Ostsee im Juli 2014 – Situation nach dem Salzwassereinbruch.
Quelle: (IOW) (idw)
Abb. 2: Zentrale Ostsee im Juli 2014 – Situation nach dem Salzwassereinbruch. Quelle: (IOW) (idw)

Nach einer langen Phase von Sauerstoffmangel im Tiefenwasser der zentralen Ostsee zeigen die Ergebnisse der aktuellen IOW-Messkampagne vom 19.-30. Juli dieses Jahres, dass Sauerstoff-reiches Salzwasser die Tiefenbecken der zentralen Ostsee erreicht hat. Damit wird eine seit 2003 anhaltende Phase von Sauerstoffzehrung und zunehmender Schwefelwasserstoffbildung unterbrochen und die Lebensbedingungen höherer Lebewesen in diesen oft als „Todeszonen“ bezeichneten Bereichen leicht verbessert.

Zuletzt war es im November/Dezember 2011 zu einem ähnlichen Ereignis gekommen, das jedoch lediglich das Tiefenwasser der südlichen Ostsee einschließlich der Danziger Bucht belüftete. Das aktuell gemessene Ereignis schaffte es, weiter nach Nordosten bis in das zentrale Gotland-Becken vorzudringen. Dort versorgte der Einstrom die bodennahe Wasserschicht in Tiefen zwischen 200 und 240 Meter zwar nur mit geringen Sauerstoffmengen - es wurden rund 0,37 ml/l gemessen -, er verdrängte jedoch den giftigen Schwefelwasserstoff. Die weiter nördlich liegenden Teile des Gotland-Beckens wurden im Messzeitraum noch nicht von diesem Einstrom erreicht. Das IOW wird den weiteren Verlauf verfolgen.

Als Auslöser dieses Ereignisses nehmen die Warnemünder OstseeforscherInnen zwei länger anhaltende Phasen von westlichen Winden im Februar und März 2014 an. In den Wasserstandsdaten vom 3.-20. Februar und 8.-19. März sind zwei kleinere windinduzierte Einstromereignisse mit geschätzten Volumina von ~ 141 km3 und ~ 203 km3 zu verzeichnen. Das Märzereignis, das die größere Wassermenge mit sich brachte, wurde durch die Abfolge der Sturmtiefs „Danli“, „Ev“ und „Feliz“ über Skandinavien mit Kerndrücken zwischen 960-990 hPa ausgelöst.

Die Schiffsexpedition vom 19.-30. Juli 2014 ist eine von fünf Messkampagnen zur Umweltüberwachung der Ostsee, die das IOW jährlich auf einem festen Stationsnetz, das bis in das Gotlandbecken reicht, durchführt. Innerhalb der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erfüllt das IOW damit im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) den Beitrag zur Überwachung der Meeresumwelt der Ostsee, zu dem sich die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Helsinki-Abkommens (HELCOM) verpflichtet hat. Die gewonnenen Daten werden für regelmäßige nationale und internationale Zustandseinschätzungen der Ostsee genutzt, finden Eingang in zahlreiche Publikationen und stellen die wissenschaftliche Basis für einzuleitende Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems der Ostsee dar.

Quelle: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (idw)

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