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"Verschwörerische Ratten": Tagesschau entschuldigt sich, nicht jeder glaubt's

Archivmeldung vom 07.11.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.11.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Annamartha / pixelio.de
Bild: Annamartha / pixelio.de

Der Skandal um den Text eines ARD-Reporters, der Andersdenkende als "Ratten" bezeichnet hat, die man "in ihre Löcher zurückprügeln" müsse, schlägt trotz Entschuldigung der Redaktion auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken weiter hohe Wellen. Wir fassen einige der Reaktionen zusammen. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Am Sonnabend erschien auf der Homepage der Hauptnachrichtensendung des Ersten Deutschen Fernsehens, der Tagesschau, ein Meinungsbeitrag des 40-jährigen Reporters Nils Dampz, derzeit für den SWR USA-Korrespondent und nach eigener Darstellung zuständig für die gesamte Westküste.

Darin kritisierte der Journalist die Ankündigung des neuen Eigentümers des Kurznachrichtendienstes Twitter, Elon Musk, aus dem Netzwerk einen "Marktplatz für Debatten" machen zu wollen. Er äußerte die Befürchtung, dass "rassistische und verschwörerische Ratten" hervorkriechen würden, womit er Twitter-Nutzer mit dem Journalisten offensichtlich nicht genehmen Auffassungen meinte. Dampz forderte, diese "in ihre Löcher zurückzuprügeln". RT DE berichtete.

Am späten Nachmittag änderte die Tagesschau den Text, strich die Passage mit der Beschimpfung Andersdenkender und entschuldigte sich in einer knappen Anmerkung. Es sei nie die Absicht gewesen, jemanden zu entmenschlichen. 

Auch auf Twitter ließ die Tagesschau-Redaktion dieses kurze Statement veröffentlichen. Die Kommentare unter dem Tweet lassen jedoch erkennen, dass das Publikum, zumindest das bei Twitter aktive, der Redaktion die Entschuldigung nicht abnimmt. 

Die "Ständige Publikumskonferenz", ein Watchdog-Verein, der seit einigen Jahren die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Verstöße gegen journalistische und ethische Prinzipien überwacht und in Beschwerden und öffentlichen Erklärungen auf diese aufmerksam macht, fragt: 

"Mal ganz im Ernst @tagesschau, wann öffnen Sie die Rubrik 'Kommentar' für normale zivilisierte Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben? Wie kamen Sie nur auf die Idee, das Publikum könnte an den privaten Meinungen aus der woken Echokammer Ihrer Angestellten interessiert sein?"

Rundum zurückgewiesen wird die Entschuldigung der ARD durch den Twitter-Nutzer "Plebejer": 

"Da gibt es nichts zu entschuldigen. Solche Hass- und Gewaltpropaganda gehört sofort verboten und euer Account gelöscht. Zumindest nach den Regeln, die ihr immer für andere fordert."

Ein anderer Nutzer ist skeptisch, ob der verbale Ausfall von Nils Dampz anderen in der Redaktion so einfach entgangen sein kann: 

"Frage: Wie viele Instanzen durchläuft ein Kommentar, bevor dieser Online geht? Wie viele Personen in Ihrer Redaktion haben den Text im Original gelesen und völlig unkritisch durchgewunken? Das Problem ist doch, dass 63% in Ihrem Hause den Originaltext gut und richtig finden."

Darauf springt ein selbsterklärter "Ukraineversteher" der Tagesschau bei und reagiert auf den vorherigen Tweet ausfallend persönlich: 

"Kommentare spiegeln ausdrücklich nicht die Meinung der Redaktion wider. Sie sind auch nicht Teil der Berichterstattung, sondern eine individuelle Meinung, und durchlaufen daher auch keinen Freigabeprozess. Kluge Menschen wissen so was. Das Problem ist, dass Sie das nicht wissen."

Der Nutzer "Storymakers" unterstellt wiederum der ganzen Redaktion den bewussten und absichtlichen Einsatz des nazistischen Sprachduktus: 

"Natürlich war es das Ziel mit dem Sprachduktus der NSDAP zu spalten und zu verhetzen - vorsätzlich und bösartig! So wie damals verschiebt die #Tagesschau die Grenzen des Sagbaren immer weiter - um gleichzeitig Kampf gegen Hass und Hetze zu heucheln. #Ratten"

Kritisiert wird die Tagesschau-Redaktion auch von prominenter Stelle, allerdings nicht für den sprachlichen "Ausrutscher", sondern für ihre Entschuldigung und die Entscheidung, die Passage aus dem Kommentar zu entfernen. Udo Stiehl, ein prominenter Radiojournalist, schreibt: 

"Ist eine redaktionelle Entscheidung. Ich persönlich hätte es nicht geändert. So funktioniert freie Presse und das finde ich gut!"

Konnte Bild Nr. "2" nicht finden.

Screenshot des Tweets von Udo Stiehl

Udo Stiehl, geboren 1970 in Köln, ist freiberuflicher Hörfunk-Redakteur und Sprecher. Er arbeitet für die Nachrichtenredaktionen des WDR und des Deutschlandfunks.

Schon am Vortag hatte Stiehl den Meinungsbeitrag seines Kollegen Dampz gelobt: 

"Treffender Kommentar aus dem ARD-Studio Los Angeles. Triggert genau die scheinheiligen Verteidiger der Meinungsfreiheit, die selbige nur für ihre eigene Meinung gelten lassen. Deshalb gefällt ihnen das Sprachbild der Ratten auf dem Marktplatz nicht."

Quelle: RT DE

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