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Old News: Algorithmus produziert Weekly Guardian

Archivmeldung vom 12.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Zeitungen: werden mittels Algorithmus durchforstet. Bild: pixelio.de, Chr. Pohl
Zeitungen: werden mittels Algorithmus durchforstet. Bild: pixelio.de, Chr. Pohl

"Aus Alt mach Neu" lautet das Motto des neuesten Experiments der britischen Tageszeitung Guardian. Mittels eines Algorithmus werden bereits veröffentlichte Geschichten aus allen Medien des Verlages ausgesucht, die sich besonders gut für eine ausgiebige Lektüre eigenen. Diese werden dann im wöchentlich erscheinenden Printformat "The Long Good Read" ein weiteres Mal publiziert. Untersucht wird hierbei, inwiefern dieses Projekt einen Einfluss auf die Lesegewohnheiten der Konsumenten hat.

"Ich finde solche Experimente in erster Linie eher bedrohlich. Entwickelt man den Gebrauch von Algorithmen weiter, ersetzt das Schritt für Schritt die Journalisten mit ihrer Kompetenz. In erster Linie spielen dabei Verlinkungsmöglichkeiten und Verwertungsstrategien eine Rolle, weniger der Inhalt", kritisiert Klaus-Dieter Altmeppen, Professor für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, gegenüber pressetext.

Für diese Publikation arbeitet das Traditionsblatt mit The Newspaper Club zusammen, der die Erstellung von eigenen Do-It-Yourself-Zeitungen ermöglicht. Dabei tragen zuerst Algorithmen eine Handvoll der besten Longform-Beiträge der vergangen sieben Tage aus unterschiedlichen Sparten zusammen. Der zuständige Redakteur bedient sich dann aus diesem Pool. Die Software ARTHR des Newspaper Club stellt anschließend automatisch Zeitungsseiten aus den ausgewählten Artikeln zusammen. Schließlich geht die 24-seitige Publikation am Freitag in Druck und liegt montags kostenlos im East End Coffeeshop des Verlages aus.

Überlebensmöglichkeit für Zeitungen

Wie lange das Experiment andauern soll, steht noch nicht fest. Für Jemima Kiss, Technik-Chefin des Guardian, ist es ein neuer Weg, Inhalte auf phantasievollere Art und Weise aufzuarbeiten. Das Blatt will seinen Lesern - neben der täglichen Print- und Digitalversion und der Website - möglichst viele Chancen bieten, die eigenen Inhalte zu konsumieren. "Es ist nicht das Medium, das in Schwierigkeiten steckt; es ist das Businessmodell", erklärt Kiss.

Die ursprüngliche Idee dazu stammt von Entwickler Dan Catt, der jenen Algorithmus entwickelt hat. Damit sollten die besten Artikel ab einer gewissen Länge frei von Blog Posts, Multimedia und Videos in einem RSS-Feed zusammengefasst und online zugänglich gemacht werden.

Quelle: www.pressetext.com/Agnes Ferner

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